Zahl der Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Kreis konstant

Mehr hessische Kinder haben Sprachstörungen

Wolfhager Land. In Hessen befinden sich immer mehr Kinder in sprachtherapeutischer Behandlung. Nach einer Erhebung der AOK Hessen wurden im Jahr 2012 18,2 Prozent der bei der Krankenkasse versicherten Sechsjährigen sprachtherapeutisch behandelt. Im Jahr 2007 lag dieser Anteil bei 15,5 Prozent.

Bei der Schuleingangsuntersuchung des Landkreises Kassel wird seit 2009 erhoben, wieviele Kinder sprachliche Auffälligkeiten und Hörverarbeitungstörungen zeigen oder sich aufgrund dieser in Behandlung befinden. Diese Zahlen sind laut dem Gesundheitsamt Region Kassel zwischen 2009 und 2013 auf konstant hohem Niveau geblieben, 16 Prozent der Kinder wiesen Sprachauffälligkeiten auf und elf Prozent hatten Probleme mit der Verarbeitung des Gehörten.

Die Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit des Gesundheitsamtes der Region Kassel, Dr. Gabriele Oefner, findet es erschreckend, dass trotz der vermehrten Förderung in Kindertagesstätten noch keine Trendwende zu erkennen ist. Entweder griffen die Maßnahmen nicht oder mehr Kinder mit Sprachstörungen kämen in den Kindergarten. Sie macht für diese Entwicklung unter anderem die geringere frühkindliche Förderung und Ansprache im häuslichen Umfeld verantwortlich. Wichtig sei die persönliche Interaktion mit Kindern im Alltag. „Kinder müssen mit allen Sinnen wahrnehmen, um Sprache nachhaltig zu begreifen“, sagt Oefner.

Nicht nur das Spielverhalten und die Kommunikation mit den Eltern habe sich verändert, sagt die Wolfhager Logopädin Iris Grabe. Vermehrt hätten die Kinder auch eine nur schwach ausgeprägte Kau-, Zungen- und Lippenmuskulatur. Dies führe zu Artikulationsstörungen, wie etwa Lispeln. Der Grund sei der Verzehr überwiegend weicher Nahrung.

Von Michaela Pflug

Quelle: HNA

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