Genossenschaft will das Zentrum Felsbergs aufwerten – Bund gibt 70.000 Euro

Mehr Leben in der Altstadt

Hier sollen vier Wohnungen entstehen: Ralf Dötig von der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg will leerstehende Häuser wie dieses in der Untergasse 34 beleben. Foto: Féaux de Lacroix

Felsberg. In der Felsberger Altstadt stehen viele Fachwerkhäuser leer oder werden nur von einer Person bewohnt, die Gebäude verfallen. Die Gemeindenützliche Genossenschaft Felsberg (GeGeFe) will das ändern.

Mithilfe des Forschungsprojekts „Kooperation im Quartier“ (KiQ), für das Felsberg als eine von 15 Kommunen bundesweit ausgewählt wurde, soll dies geschehen.

Initiiert wurde KiQ vom Bundesinstitut für Stadt-, Bau- und Raumforschung (BBSR). Die Idee: Private Hauseigentümer und Kommunen sollen zusammenarbeiten, um Wohnquartiere in der Stadt aufzuwerten. Kommunen aus ganz Deutschland konnten Vorschläge für Modellvorhaben einreichen. Ausgewählt wurden neben Felsberg unter anderem Düsseldorf, Bremen, Braunschweig, Magdeburg und Chemnitz. „Die Bewerbung Felsbergs war fast aussichtslos“, sagt Ralf Dötig von der GeGeFe.

Doch die GeGeFe überzeugte mit ihrem Vorhaben, die Felsberger Altstadt zu beleben. Unter dem Motto „Nachbarschaften am Fuß der Burg“ sollen Fachwerkhäuser saniert und modernisiert werden, um wieder Mieter für die leerstehenden Wohnungen zu finden. Es soll günstiger und barrierefreier Wohnraum entstehen, der Senioren oder Studenten ansprechen könnte.

„Das Ziel ist, herauszufinden, wie man Hauseigentümer dazu motivieren kann, Geld in die Hand zu nehmen“, erklärt Dötig. Die Genossenschaft bietet den Eigentümern deshalb an, Entwürfe für die Sanierung und den Umbau der betroffenen Häuser auszuarbeiten. Auch ein gemeinsames Energiekonzept für das Quartier soll entwickelt werden - etwa mit Photovoltaikanlagen. Eines der leerstehenden Häuser in der Untergasse 34 hat die GeGeFe selbst gekauft und will es umbauen (wir haben berichtet). Vier Wohnungen sollen in dem Gebäude entstehen.

Der Bund fördert das Projekt KiQ in Felsberg, das 2012 begonnen hat und noch bis Herbst 2014 läuft, mit 70.000 Euro.

Doch von den Felsberger Stadtverordneten gebe es kaum Unterstützung für das Projekt, beklagt Dötig. Zu einer Informationsveranstaltung zu dem Forschungsprojekt Ende Januar waren alle Stadtverordneten sowie Mitglieder des Magistrats und des Ortsbeirats eingeladen. „Es kamen nur vier Zuhörer, inklusive des Bürgermeisters“, erzählt Dötig. Das sei kein gutes Signal an die Vertreter vom Bund, die zu dem Gespräch gekommen waren, sagt Dötig. „Die Altstadt hat in Felsberg keine Lobby“, glaubt er.

„Wir wollen keine Konfrontation“, betont Dötig, „aber wir brauchen Unterstützung für die Sache.“ Um diese Unterstützung will die GeGeFe nun bei den Felsberger Handwerkern werben - sie könnten, so hofft Dötig, bei der Sanierung der Fachwerkhäuser helfen. Die Genossenschaft hat deshalb für Freitag, 22. Februar, zu einem Gespräch eingeladen. Beginn ist um 18 Uhr im Untertor 14.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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