Kirchengemeinden wurden zusammengelegt

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Teamspieler: Pfarrer Dr. Volker Mantey, Pfarrerin Kathrin Mantey und Pfarrer Michael Schümers sind ab sofort auch formell zu dritt zuständig für die Christen der Kirchengemeinden Spangenberg, Elbersdorf, Schnellrode, Landefeld und Herlefeld. Hier präsentieren sie das neue Schild an der Stadtkirche in Spangenberg, das darauf hinweist, dass die Kirche auch außerhalb der Gottesdienstzeiten für Besucher offen ist. Sie, wie auch die Hospitalskapelle und die Kirche in Landefeld, ist nun „offene Kirche“.

Spangenberg. Es war ein langsamer, intensiver Prozess, bei dem die Beteiligten zusammengewachsen sind: Seit August 2010 arbeiten die Kirchengemeinden Spangenberg, Elbersdorf, Schnellrode, Landefeld und Herlefeld enger zusammen.

Seit Beginn des Jahres sind sie formell zur Kirchengemeinde Spangenberg geworden.

Betreut werden die Christen weiterhin von den Pfarrern Kathrin und Dr. Volker Mantey sowie Michael Schümers.

Die drei Seelsorger teilen sich zwei Pfarrstellen, wobei Michael Schümers mit seiner Familie weiterhin im Pfarrhaus in Landefeld lebt, Manteys bleiben über das Gemeindebüro Obergasse in der Kernstadt Spangenberg erreichbar. Eingespart wurde bekanntlich die Stelle des Pfarrbezirks Spangenberg II.

Dass Sparen nicht zwangsläufig negative Auswirkungen haben muss, davon sind die drei Pfarrer überzeugt. Die Zusammenlegung der Gemeinden sei behutsam und unter enger Beteiligung der Kirchenvorstände gelaufen, erzählen sie. Volker Mantey fasst den Prozess zusammen: „Die Kirche ist im Dorf geblieben“.

Entscheidungen vor Ort

Das heißt zum Beispiel, dass auch weiterhin die zu Kirchenvorstandsausschüssen beziehungsweise Bezirken gewordenen früheren Kirchenvorstände für das Gemeindeleben zuständig bleiben. Sie entscheiden vor Ort, was mit Kollekten oder Eigentum der Kirche geschehen soll. Darüber hinaus tagt und entscheidet zweimal jährlich der gemeinsame Kirchenvorstand, dem alle 33 Kirchenvorsteher angehören, über Grundlegendes.

Befürchtungen, dass die Eigenständigkeit der früheren Kirchengemeinden verloren geht, konnten so, da sind die Pfarrer ziemlich sicher, weitgehend ausgeräumt werden. Die Kirchenvorsteher hätten „mutig den neuen Weg“ mitbeschritten, sagt Kathrin Mantey.

„Die Kirche ist im Dorf geblieben.“

Dass es jetzt nur noch eine Kirchengemeinde Spangenberg gibt, schafft für die Pfarrer vor allem in der Verwaltung Luft. Die Buchführung zum Beispiel sei jetzt wesentlich einfacher geworden. Weniger Verwaltung schaffe aber mehr Luft für neue Initiativen, die das Gemeindeleben bereichern sollen.

Im vergangenen Jahr zum Beispiel wurden alle Familien angeschrieben, deren Kinder nicht getauft waren – aus welchen Gründen auch immer. Daraus hätten sich viele Kontakte ergeben, letztlich ist die Kirchengemeinde um sechs neue Gläubige gewachsen – eine gute Bilanz, da die Kirchengemeinde doch überall schrumpfen. Alle Täuflinge werden künftig jährlich bis zu ihrer Einschulung mit einem kleinen Geschenk an ihre Taufe erinnert. Das soll Bindungen in der Gemeinde schaffen.

Steigende Arbeitsbelastung

Trotz strafferer Verwaltung ist die Arbeitsbelastung der Pfarrer gestiegen. Sie sorgen nun zu dritt für die Christen, um die sich sonst vier Seelesorger gekümmert haben. Eine Konsequenz: Die Geburtstagsbesuche der Pfarrer werden reduziert. Besuchsdienste von Kirchenvorstehern oder auch anderen ehrenamtlich in der Kirche Engagierten sollen weiter ausgebaut werden. Gewöhnen müssen sich die Gemeindeglieder auch daran, dass alle drei Pfarrer für sie zuständig sind. Auf der Kanzel wird es mehr Abwechslung geben.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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