Deutliche Steigerung im Landkreis - 2130 Fälle aktuell erfasst

Mehr Menschen in rechtlicher Betreuung

Wolfhager Land. Immer mehr Menschen können ihren Alltag nicht ohne Hilfe bewältigen und sind auch in rechtlichen Angelegenheiten auf Unterstützung angewiesen. Die Zahl dieser rechtlichen Betreuungen ist aktuellen Erhebungen des Sozialministeriums in Hessen von 14 Betreuten von 1000 Einwohnern in 2008 auf 16 von 1000 im Jahr 2010 gestiegen - Tendenz steigend. Geleistet wird die rechtliche Betreuung von Berufsbetreuern, Betreuungsvereinen, in der Mehrzahl jedoch von Ehrenamtlichen.

Auch im Landkreis Kassel ist der Zuwachs an rechtlicher Betreuung deutlich erkennbar. Hier gibt es nach Aussage von Kreis-Pressesprecher Harald Kühlborn von 2001 mit 2533 Fällen bis 2009 mit 3615 Fällen eine erhebliche Steigerung. Man müsse diese Zahlen aus dem Sozialatlas des Kreises jedoch relativieren, da hier sämtliche Kontakte mit der Betreuungsstelle des Landkreises aufgeführt seien. Und bei diesen Kontakten gebe es auch viele Fälle, bei denen eine Vorsorgevollmacht vorliege, was sich aber manchmal erst im Laufe einer Beratung herausstelle.

Besteht eine solche Vorsorgevollmacht - meist erfüllen nahe Angehörige dann diese Aufgabe - muss kein Betreuer gestellt werden.

Doch auch die Zahl der Neuverfahren für die rechtliche Betreuung zeigt den Zuwachs. 2009 kamen für den Landkreis 1227 neue Fälle hinzu, 2010 waren es bereits 1872. Durch Unklarheiten in Sachen Vorsorgevollmacht - zum Teil erfüllen die Antragsteller auch nicht die gesetzlichen Vorgaben - werden nach Angaben Kühlborns auch nicht alle Neuverfahren tatsächlich zu Betreuungsfällen.

Ende des Jahre 2010 waren im Landkreis 2130 Menschen in Betreuung - 1353 wurden von Ehrenamtlichen betreut, 101 von hauptamtlichen Mitgliedern von Betreuungsvereinen und 676 von Berufsbetreuern wie zum Beispiel Rechtsanwälten.

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Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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