Forstamt setzt auf Vielfalt bei Aufforstung nach den Stürmen der vergangenen Jahre

Multi-Kulti im Wald

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So sah es nach dem Sturm Kyrill aus: Als er mit 200 Stundenkilometern über Deutschland im Januar 2007 über Deutschland hinwegfegte, riss er ungezählte Bäume um, wie unser Foto, das an der Straße zum Himmelsberg bei Günsterode entstand zeigt. Inzwischen sind die Lücken in den Wäldern wieder aufgeforstet.

Kreisteil Melsungen. Die Buche ist die prägenden Baumart in nordhessischen Wäldern und wird es auch bleiben. Doch nach den Stürmen der vergangenen fünf Jahre, bei denen es zumeist Fichten umwarf, setzt das Forstamt Melsungen auch auf andere Baumarten.

Allen voran ersetzt die Douglasie die Fichte. 221 000 Bäumchen dieser Nadelholzart wurden nach Kyrill gesetzt.

Kyrill hatte im Bereich des Forstamtes Melsungen Bäume auf einer Gesamtfläche von 300 Hektar entwurzelt. Forstamtsleiter Christian-Peter Foet rechnete bereits damals mit einer Aufforstungsfläche von 250 Hektar, den Rest würde die Natur selbst erledigen.

Doch Kyrill blieb nicht der einzige Sturm. Im März 2008 war es Emma, im Frühjahr 2010 Xynthia, die ihre Opfer forderten. Zusammen mit den ganz regulären Aufforstungen wurde auf 411 Hektar nachgepflanzt. Das ergibt für die wichtigsten Baumarten die stattliche Summe von 476 655 Setzlingen.

Davon macht allein die Douglasie fast die Hälfte aus, gefolgt von der Buche - einschließlich Hainbuche - mit über 81 000 Setzlingen und den verschiedenen Eichen - zum Beispiel auch Stiel- und Traubeneiche - mit 76 500. Die Tannen rangieren auf Platz vier mit 71730 Bäumchen. Auch Fichten sind weter im Sortiment sowie vereinzelt auch einige Lärchen.

Raritäten

Doch neben diesen Standard-Arten setzt das Forstamt auch auf seltene Baumarten. Da ist beispielsweise die Elsbeere, der Baum des Jahres 2011. Die Preise können bei bis zu 10 000 Euro pro Festmeter liegen. Ob das so ist, wenn die Setzlinge zu großen hiebreifen Bäumen herangewachsen sind, lässt sich nicht vorhersagen.

Noch vor einigen Jahren hätte kaum jemand erwartet, dass Kernbuche einmal ein Modeholz werden würde. Kernbuche allerdings ist keine eigene Buchenart, sondern das Holz der normalen (Rot-)Buche. Der rötliche Kern kann entstehen, wenn der Baum verletzt wird. Auch auf Basaltböden taucht der rote Kern häufiger auf.

Noch seltener als die Elsbeere, von der 380 Bäumchen gesetzt wurden, ist der Walnussbaum. 15 wurden im Revier Altenbrunslar in den Boden gebracht. (bmn)

Quelle: HNA

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