Gesamtschule Gudensberg und Staatstheater Kassel vereinbaren Zusammenarbeit

Mehr Theater in der Schule

Sie besiegelten jetzt die Kooperation zwischen der Gudensberger Gesamtschule und dem Staatstheater Kassel: von links Schulleiter Karl-Adam Stiebeling, Stufenleiter Andreas Rubisch, Intendant Thomas Bockelmann und die beiden Theaterpädagogen Thomas Hof und Marco Faller. Foto: Lange-Michael

Gudensberg/Kassel. Wenn der Intendant des Kasseler Staatstheaters eine Landpartie macht, kann das auch berufliche Gründe haben. In dieser Woche stattete Thomas Bockelmann der Gudensberger Dr. Georg-August-Zinn-Schule (GAZ) einen Besuch ab und unterschrieb vor Ort den Kooperationsvertrag zwischen Theater und Schule.

Die Gesamtschule ist im Schwalm-Eder-Kreis nach der Neukirchener Steinwaldschule erst die zweite, die auf mehr Kontakt zur regionalen Kultur setzt. Durch die verbindliche und auf Dauer angelegte Zusammenarbeit mit dem Staatstheater sollen die Schüler dichter an kulturelle Themen herangeführt werden, ihre Schwellenangst vor der „Hochkultur“ verlieren.

„Mehr musische Bildung fördert bei Kindern und Jugendlichen die persönliche Entwicklung und verbessert das Sozialverhalten.“

Intendant Thomas Bockelmann

„Wir haben uns dafür entschieden, weil viele unserer Schüler das Theater auf diese Art ganz neu kennenlernen können“, sagte Schulleiter Karl-Adam Stiebeling. Denn die Kooperation bietet weit mehr als den einmaligen Besuch eines Theaterstücks: Professionelle Orchestermusiker werden zu Gast sein und musizieren, ganze Jahrgänge beschäftigen sich erst im Unterricht mit einem Stück und besuchen dann aktuelle Vorstellungen, auch Opern wie Puccinis „Tosca“ und Dramen wie Schillers „Die Jungfrau von Orleans“.

Die beiden Theaterpädagogen Thomas Hof und Marco Faller bilden die Schnittstelle zwischen Schule und Theater; sie betreuen Workshops, werden selbst als Schauspieler aktiv. Und auch die technisch-handwerkliche Seite des Theaters spielt eine Rolle, etwa für möglich Berufspraktika im Bereich des Bühnen- und Kulissenbaus und bei der Beleuchtungstechnik.

Dass bei der Zusammenarbeit mit einer Gesamtschule alle Schulformen von der Hauptschule bis zu den Gymnasialklassen mitmachen werden, findet Thomas Bockelmann richtig und wichtig. „Mehr musische Bildung fördert bei Kindern und Jugendlichen die persönliche Entwicklung und verbessert das Sozialverhalten“, ist er sich sicher.

Den Schülern eröffneten sich bei diesen Projekten neue Erfahrungsbereiche, sagte Stufenleiter Andreas Rubisch. Er hob hervor, dass alle Lehrer des Kollegiums sich für die Kooperation ausgesprochen hätten und sie auch unterstützen wollten, auch fächerübergreifend.

Gewinn für beide Seiten

Natürlich profitiere das Staatstheater vom Engagement in der Schule, fügte Bockelmann hinzu. „Wir legen Wert auf die Förderung der jungen Leute und wollen sie an unser Haus stärker binden“, sagte er. Er selbst habe auf die Stelle eines persönlichen Referenten verzichtet und im Gegenzug dafür einen Pädagogen angestellt.

Auch der Theaterpädagoge Thomas Hof, in Gudensberg bekannt als „Schmeckefuchs“, freut sich auf seine neuen Aufgaben. Für ihn ist es besonders wichtig, dass die Jugendlichen keine Angst vor Kultur und Theater haben und kreativ die neuen Betätigungsfelder nutzen, sich dabei austoben.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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