Modehaus Heynmöller bietet Kleidung aus fair gehandelter Bio-Baumwolle an

Für mehr Transparenz

Zertifizierter Betrieb: Richard Surawicz (links) freut sich über die Zusammenarbeit mit Jörg Diehl und Frank Heynmöller (von rechts). Bürgermeister Dr. Gerald Näser informierte sich. Foto: Rose

Treysa. Jeder kennt mittlerweile fair gehandelten Kaffee. Bei Kleidung sieht das anders aus. Unter welch verheerenden Bedingungen jedoch etwa Menschen in Bangladesh für große Textilfirmen fertigen, war unlängst in den Medien präsent.

Dabei hat die Branche ebenfalls die Möglichkeit des fairen Handels (Fairtrade). Richard Surawicz, Verkaufsexperte bei der Firma Gardeur, hat hierfür in der Firma Heynmöller einen weiteren Partner gefunden. Das Unternehmen bietet Produkte aus fairem Handel an – jeder fünfte Lieferant des Unternehmens zahlt existenzsichernde Löhne.

Mit dem Fairtrade-Logo dürfen Textilfirmen nur dann werben, wenn sie strenge Standards erfüllen. „Dazu gehört die komplette Transparenz der Produktion – vom Wachsen der Baumwolle bis hin zur Fertigung des Kleidungsstücks“, erklärt Surawicz. Fairtrade-Produkte erhielten darüber hinaus eine Registrierungsnummer, über die der Kunde durch Eingabe auf der Internetseite (www.fairtrade-deutschland.de) nachvollziehen kann, wie das Kleidungsstück hergestellt wurde. 

Die Baumwolle für die fair gehandelte Gardeur-Hose stamme etwa aus Nordafrika, genäht würde sie in Tunesien. Dort betreibe das Unternehmen mittlerweile zwei eigene Produktionsstätten. „Ein Ziel von Fairtrade ist, dass die Menschen von ihrem Einkommen in ihrem Land leben können“, sagt Surawicz. „Kinderarbeit ist verboten.“ In den Werken in Tunesien werde nach sozialen Standards und mit entsprechenden Maschinen gefertigt – als Vollstufenbetriebe in eigener Regie. Die Fairtrade-Gesellschaft kontrolliere regelmäßig die Produktion.

Zum Nulltarif ist das nicht zu haben: „Fairtrade-Ware ist teurer, birgt aber auch für eine bessere Qualität“, sagt Jörg Diehl, Geschäftsführer bei Heynmöller. Der Anteil fair gehandelter Produkte am deutschen Textilmarkt sei aktuell noch gering. „Zwischen fünf und zehn Prozent“, schätzt Surawicz. Das liege auch daran, dass sich viele Unternehmen nicht mit dem Kostenfaktor auseinander setzen wollten. Das Thema müsse ähnlich wie beim Kaffee auch stärker ins Bewusstsein gerufen werden.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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