Burcu Akkoyun unterstützt als Kulturdolmetscherin Familien mit Migrationshintergrund

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Vermitteln nicht nur bei sprachlichen Problemen: Burcu Akkoyun und Serge Schetinin helfen in Melsungen als Kulturdolmetscher Menschen mit Migrationshintergrund.

Melsungen. Andere Länder, andere Sitten. Wer in einem Land lebt, dessen Gebräuche und dessen Sprache fremd sind, findet sich im Alltag manchmal schwer zurecht. Damit das türkisch- und russischstämmigen Familien in Melsungen leichter fällt, können sie sich seit knapp drei Jahren an einen der beiden so genannten Kulturdolmetscher wenden.

Neu dabei ist die 26-jährige Sozialpädagogin Burcu Akkoyun. Die junge Frau, die als Tochter türkischer Einwanderer in Castrop-Rauxel geboren wurde und mittlerweile in Borken lebt, ist seit zwei Jahren für den Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) in der Familienhilfe und Einzelbetreuung tätig.

Sie ist die Nachfolgerin von Ercan Anbarci und künftig Ansprechpartnerin für die Fragen türkischstämmiger und kurdischer Familien in Melsungen.

Sie hilft bei schulischen Fragen, bei Behördengängen oder familiären Problemen. Genau wie ihr Kollege Serge Schetinin, der schon seit eineinhalb Jahren beim Arbeitskreis Gemeindenahe Gesundheitsversorgung (AKGG) als Vermittler für russischsprachige Familien arbeitet.

„Ich will den Menschen das Gefühl geben, da ist jemand der helfen kann.“

„Ich will den Menschen das Gefühl geben, da ist jemand der helfen kann“, sagt Burcu Akkoyun. Eben nicht nur bei sprachlichen Problemen, sondern auch dabei kulturelle Barrieren zu überwinden.

Viele Eltern hätten zum Beispiel Probleme, das Schulsystem zu verstehen. Sich zurecht zu finden im Dschungel der Möglichkeiten. Diese Erfahrung hat Serge Schetinin gemacht, der im Gebiet Tscheljabinsk im Südural geboren wurde und seit zehn Jahren in Deutschland lebt.

Die Kulturdolmetscher helfen dabei. Sie übersetzen bei Elternabenden oder begleiten die Eltern, wenn beispielsweise die Entscheidung über den Schulwechsel eines Kindes ansteht.

„Es ist wichtig, dass die Menschen wissen, was mit ihnen passiert“, sagt Volker Wiegand, Mitglied des Fördervereins für ein zukunftsfähiges Melsungen und Leiter der Gesamtschule Melsungen. Dort wird der Einsatz der Kulturdolmetscher koordiniert.

Der gleiche kulturelle und sprachliche Hintergrund der Kulturdolmetscher öffne dabei viele Türen und erhöhe die Glaubwürdigkeit. „Denn unsere Mitarbeiter“, sagt Robert Moos, Leiter für Gewaltprävention und Jugendstraffälligenhilfe beim AKGG, „sind erfolgreiche Beispiele dafür, wie interkulturelles Leben funktioniert.“

Meist, sagt Moos, seien es Frauen, die die Hilfe in Anspruch nehmen. Deshalb habe man sich bewusst für eine Frau als Nachfolgerin von Ercan Anbarci entschieden – um mögliche Hemmschwellen abzubauen.

An Arbeit mangelt es den Kulturdolmetschern, die im Monat drei Stunden für ihre Tätigkeit zur Verfügung haben, nicht. „Der Bedarf“, sagt Robert Moos, „ist eigentlich größer.“ Finanziell werde die Arbeit der Vermittler laut Moos im Wesentlichen vom Arbeitskreis für ein zukunftsfähiges Melsungen unterstützt. Im Jahr stünden insgesamt rund 3000 Euro zur Verfügung. (kam)

• Kontakt für türkischsprachige und kurdische Familien: Burcu Akkoyun, 0176/11544041,

• Kontakt für russischsprachige Familien: Serge Schetinin, 0176/11544023

Quelle: HNA

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