Für mehr Verantwortung

Landwirte diskutierten über Herausforderungen in der Geflügelzucht

Sie diskutierten in Fritzlar: (von links) Dr. Ludger Breloh (Leiter strategischer Einkauf Rewe-Group), Dr. Jörg Bauer (Moderation), Rainer Dullweber (Geschäftsführer Best 3 Geflügelernährung), Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Kees van Oers (Geschäftsführer Plukon Food Group), Leo Graf von Drechsel (Präsident Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft). Foto: Laumann

Fritzlar. „Halten Sie die Gesetze ein, respektieren Sie die Tiere und reagieren Sie auf die Stimmung und Werte der Gesellschaft". Diesen Appell richtete Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke an die Geflügelzüchter.

Dieser Dreiklang fördere die gute Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Geflügelzüchtern und Vermarktern. Das sagte der Regierungspräsident am Donnerstag in Fritzlar. Dort hatten auf Einladung von „Best 3 Geflügelernährung“ 130 Landwirte über die Zukunft der Geflügelzucht diskutiert.

Bei der Bedeutung von Tierschutz und der Tierhaltung habe sich laut Lübcke in den vergangenen Jahrzehnten viel getan. Auch in der Region würde er eine erhöhte Sensibilität der Verbraucher feststellen. „Die Sensibilität ist berechtigt“, betonte Lübcke. Skandale und Verfehlungen Einzelner brächten einen gesamten Berufsstand in Misskredit. Die Verbraucher wendeten sich ab und plädierten für ein härteres Durchgreifen der Behörden. „Wenn man nicht auf uns hört, bin ich auch bereit, den ein oder anderen Betrieb zu schließen, um die guten zu schützen“, kündigte Lübcke an, dem als Regierungspräsident das Veterinärwesen und der Verbraucherschutz obliegen.

Initiative Tierwohl 

Auf die Sensibilität der Verbraucher müsse auch der Handel reagieren, sagte Dr. Ludger Breloh von der Rewe-Group. So habe sein Konzern im Jahr 2008 eine „radikale Neuorientierung“ gestartet. Bis dahin hätten sich die Lebensmittelmärkte vor allem über den Verkaufspreis positioniert. Kundenbindung sollte aber nicht über den Preis, sondern vielmehr über die soziale und ökologische Verantwortung erreicht werden. Breloh stellte die Initiative Tierwohl vor.

Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Einzelhandel setzen sich dabei für mehr Tierwohl in der Fleischerzeugung ein. Die Geflügelmäster sehe Breloh in einer sehr guten Situation: Sie könnten wenn der gesellschaftliche Druck wächst auch kurzfristig reagieren und die Besatzdichte in ihren Ställen reduzieren.

Bei dem Treffen im Fritzlar ging es darum, mit dem Handel ins Gespräch zu kommen. „Gemeinschaftliche Konzepte und faire Preise sind das Ziel“, erklärte Rainer Dullweber, Geschäftsführer der Best 3 Geflügelernährung. Vor der Diskussion hatten die Landwirte den Plukon-Schlachthof in Gudensberg besichtigt.

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Quelle: HNA

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