Mehr Wild unterwegs - Unfallgefahr im Wolfhager Land steigt

Wolfhager Land. Gegen Ende Juli beginnt die Paarungszeit der Rehe (Blattzeit). Die Rehböcke treiben dann die paarungsbereiten Ricken vor sich her und verlieren die Gefahren auf der Straße aus dem Blick, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen.

Autofahrer sollten also auf Strecken, die durch Waldgebiete und Felder führen, mit plötzlichem Wildwechsel rechnen und zwar nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber.

Auch Britta Hartmann-Barth, die Vorsitzende des Kreisjagdvereins, bestätigt, dass das Wild nun mehr in Bewegung sei. Um die Zahl der Unfälle mit Waldtieren zu reduzieren, hätten Jägerschaft und Jagdgenossenschaft in der Vergangenheit Initiativen ergriffen. So würden Leitpfosten mit roten und blauen Reflektoren ausgestattet, die das Wild verstärkt davon abhalten, über die Fahrbahn zu wechseln. An besonders gefährdeten Bereichen seien Duftzäune aufgestellt worden, etwa zwischen Breuna und Rhöda unter der A 44. An diesen Zäunen werde auf synthetische Weise der Geruch von Wölfen oder Bären imitiert - auch hiervor schrecke das Wild zurück, sagt Hartmann-Barth.

Die Wildunfallstatistik der Polizei für das Wolfhager Land weist für die Jahre 2011 und 2012 allerdings keine Auffälligkeiten aus. Die Daten für Juli und August heben sich nicht nennenswert von den Zahlen der übrigen Monate ab, sagt Volker Pieper, Polizeihauptkommissar und Leiter der Polizeistation Wolfhagen. Allerdings wisse er aus Erfahrung, dass im Juli und August mehr Wild wahrgenommen werde. Autofahrer berichteten immer wieder, dass sie Rehe gesehen hätten.

Möglicherweise seien die Verkehrsteilnehmer inzwischen gut informiert und passten ihren Fahrstil an das erhöhte Unfallrisiko an, sagt Zindel zu dem Umstand, dass es trotz erhöhter Gefahr nicht mehr Unfälle gebe.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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