Mehr als zehn Störche sind rund um Wolfhagen unterwegs

Schlecht zu erkennen: Gleich drei Störche hat eine Leserin unserer Zeitung auf dem Wolfhager Kirchturm entdeckt. Foto: nh

Wolfhagen. Wolfhagen ist Storchenhochburg. Seit Tagen staunen Spaziergänger über bis zu sieben Störche, die rund um die Stadt auf Nahrungssuche gehen oder sogar den Kirchturm besetzen. Hinzu kommt das Paar mit seinen zwei Storchenkindern im Glockenborn.

Ein besonderes Schauspiel erlebten jetzt die Bründerser. Über Stunden hielten sich ein Paar und ein Einzelstorch auf den Dächern im Dorf auf. Das Paar balzte und klapperte lautstark. Für Nachwuchs ist es allerdings zu spät, sagt Stephan Schmidt, der für die Stadt das Naturschutzgebiet Glockenborn betreut. Bei den Störchen handele es sich um Tiere auf der Durchreise, die noch kein Revier gefunden oder ihre Brut verloren hätten. Die Zahl schwanke täglich.

Hintergrund: Insgesamt habe die Storchenpopulation zugenommen, und wo die Vögel ein gutes Revier finden würden, blieben sie auch länger. „Wir hoffen natürlich, dass mehr Störche dauerhaft in der Region bleiben“, so Schmidt. Problem sei der zunehmende Verlust von Wiesenstandorten. Die Stadt Wolfhagen versuche im Zuge von Ausgleichsmaßnahmen Feuchtwiesen anzulegen und zu erhalten, um den Störchen und anderen Tieren einen Lebensraum zu bieten.

Für die Störche wurden im Glockenborn, wo die zwei Jungstörche aufwachsen, und in Wenigenhasungen zwei Horste gebaut, ein weiterer soll demnächst in Istha aufgestellt werden. Außerdem gibt es Überlegungen, einen weiteren Horst im Naturschutzgebiet Glockenborn zu platzieren. „Die Störche suchen die Nähe von Artgenossen“, erklärt Stephan Schmidt.

Derweil gedeihen die zwei Jungstörche im Horst auf der Rinderweide im Glockenborn gut. Auch dem heftigen Unwetter mit Hagel haben die Kleinen getrotzt. Stephan Schmidt, der auch im Nabu aktiv ist, will die Störche beringen. Die ersten Wolfhager Störche erhalten Ringe von der Vogelschutzwarte. Nur so sei es möglich, Daten zu sammeln und den Weg der Störche zu verfolgen.

Das Beringen gehört zur Routine im Glockenborn, die Kennzeichnung von Jungstörchen ist allerdings eine Premiere.

Quelle: HNA

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