Regina Potomkina nimmt am Wettbewerb für Fremdsprachen teil

In mehreren Sprachen zu Hause

International: Regina Potomkina bereitet sich nicht nur mit Wörterbücher auf die Endrunde des Fremdsprachenwettbewerbs vor, sie schaut auch gern Serien in anderen Sprachen. Foto: Herbst

Treysa. Mühelos wechselt Regina Potomkina zwischen den Sprachen hin und her. „Ja ne mogu dochdatsja!“, sagt sie selbstbewusst und übersetzt den russischen Satz sofort auf Englisch, Französisch und auf Deutsch: „Ich kann es kaum erwarten!“

Worauf sich die 19-Jährige Regina Potomkina so freut, ist die Endrunde des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen. Die junge Frau aus Treysa gehört zu den 45 besten Fremdsprachentalenten Deutschlands. In drei Runden hat sie sich gegen 1200 Schüler durchgesetzt. An diesem Wochenende treffen sich die 45 Schüler in Dreieich bei Frankfurt zur Endrunde.

Im Oktober vergangenen Jahres meldete sich Regina Potomkina bei dem Wettbewerb an, schrieb Hausarbeiten, übersetzte und sprach Texte per Telefon auf.

Sich freiwillig an den Schreibtisch zu setzen und Hausarbeiten zu schreiben scheint für die Schülerin kein Problem zu sein. Im vergangen Jahr wurden ihre Weisheitszähne gezogen. „Da hatte ich genug Zeit“, sagt sie mit einem Schulterzucken.

Regina Potomkina versucht entspannt an den Wettbewerb heranzugehen. Einfach nur das Beste geben. „Ich wollte für mich selbst wissen, wie weit ich komme“, sagt die 19-Jährige.

Jeden Tag Vokabelkärtchen lernen, das ist nicht ihr Ding. Regina Potomkina schaut sich lieber ihre Lieblingsserie Vampire Diaries an. Natürlich auf Englisch. Der jungen Frau fällt es leicht, Sprachen zu lernen. Als sie sechs Jahre alt war, zog ihre Familie aus der Ukraine nach Deutschland. An ihrem ersten Schultag konnte Regina Potomkina kein Wort verstehen.

Heute spricht die junge Frau schnell und akzentfrei. Ohne zu zögern, richtet sie einige Sätze auf Russisch an ihre Mutter, um die Unterhaltung im nächsten Satz auf Deutsch fortzusetzen.

Das nahtlose Ineinanderfließen von Fremdsprachen wird auch in der Endrunde in Dreieich gefordert. In Gruppendiskussionen und Einzelgesprächen sollen die jungen Sprachtalente ihre Sprachgewandtheit und ihre Kreativität unter Beweis stellen.

Die Sieger werden in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Auf drei Sprachtalente wartet außerdem die Teilnahme am fünfwöchigen Pre-College Programm der Johns Hopkins University im US-amerikanischen Baltimore.

Regina Potomkina reizt die Möglichkeit auf ein Stipendium. Aufgeregt ist sie deswegen noch nicht. Eher neugierig: „Mit wem werde ich mir ein Hotelzimmer teilen?“ , fragt sich die 19-Jährige, „So viele neue Leute kennenzulernen ist bestimmt toll!“ Die Endrunde findet am heutigen Samstag in Dreieich statt. Siegerehrung ist am Montag.

Von Ann-Kristin Herbst

Quelle: HNA

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