Mehrheit für den Neubau des Feuerwehrstützpunkts in Wolfhagen

Hier wird voraussichtlich neu gebaut: Unterhalb der Bahnlinie, gegenüber der Wolfhager Kläranlage (rechts) befindet sich das Grundstück, für dessen Kauf das Parlament gestimmt hat. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Die Weichen für einen Neubau des Feuerwehrstützpunktes sind gestellt. Am Donnerstagabend verabschiedete das Stadtparlament mit den Stimmen von SPD und CDU einen entsprechenden Grundsatzbeschluss.

In nichtöffentlicher Sitzung wurde auch eine Standortentscheidung getroffen. Demnach wird der Neubau an Schützeberger Straße in der Nähe des bisherigen Stützpunktes gegenüber der Kläranlage entstehen.

Vor der Entscheidung machten Grüne und das Bündnis Wolfhager Bürger (BWB) deutlich, warum sie kein Verständnis für das Neubauprojekt haben. Für die Grünen erklärte Peter Kranz, dass sich die Stadt Wolfhagen angesichts ihrer finanziellen Lage gut überlegen müsse, ob sie sich einen neuen Stützpunkt leisten könne.

Höhere Verschuldung 

„Trotz der hohen öffentlichen Zuschüsse würde die Verschuldung der Stadt um weitere Millionen steigen“, sagte der Grüne. Kranz weiter: „Die seitens der Stadtverwaltung vorgetragenen sicherheitsrelevanten beziehungsweise baulichen Mängel begründen keinen Neubau.“ Die in der Machbarkeitsstudie aufgelisteten Mängel könnten „durch Modernisierung oder andere Maßnahmen behoben werden“.

Das sah auch Uwe Nord vom BWB so. Er könne keine sicherheitsrelevanten Mängel erkennen, die nicht abstellbar wären. „Wenn der FI-Schalter fehlt, dann lassen Sie ihn einbauen.“

39 Jahre alt 

Nord kritisierte, dass im Jahr 2003 „die kontinuierliche Bauunterhaltung eingestellt“ worden sei. Der Stützpunkt sei 39 Jahre alt, bis zur Beendigung des normalen Abschreibungszeitraums dauere es noch 21 Jahre. „Die 60 Jahre erreichen wir.“

Für die SPD signalisierte Heiko Weiershäuser Zustimmung zum Neubau. Für die Stadt sei das die günstigste Variante, gegenüber einer Sanierung würde die Stadt eine Million Euro sparen. Er widersprach, dass seit 2003 nicht mehr in den Stützpunkt investiert worden sei. Er nannte die Entwicklung hin zum Servicezentrum, die Anschaffung einer Prüf- und Reinigungsanlage für Schläuche sowie die Waschmaschinen für die Einsatzkleidung. Es sei auch nicht länger akzeptabel, dass sich die Feuerwehrleute in der abgasgeschwängerten Halle umziehen müssen, in der bereits die Motoren der Einsatzfahrzeuge warmlaufen.

„Ein Neubau wäre billiger für uns, darum brauchen wir nicht mehr über einen Umbau nachdenken“, sagte Jürgen Hildenbeutel von der CDU. Das Gebäude sei zweifelsohne in die Jahre gekommen. Und sein Parteikollege Helmut Flörke erklärte, man sei es den ehrenamtlichen Brandschützern schuldig, „diesen Weg zu gehen“.

Quelle: HNA

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