Strom-Versorgungswerk vom Parlament beschlossen - UFW, FDP und CDU stimmen dagegen

Mehrheit will Eon als Partner

Zierenberg. Für hitzige Diskussionen sorgte die Zukunft des Zierenberger Stromnetzes, das im Mittelpunkt der Stadtverordnetenversammlung am Montagabend in Oelshausen stand. Während ein Großteil der SPD-Parlamentarier und Bürgermeister Stefan Denn sich für eine Kooperationslösung mit mehr als 20 anderen Kommunen und der Eon aussprach, zeigten sich UFW, FDP und CDU in diesem Punkt skeptisch.

Schließlich konnte sich eine SPD-Mehrheit durchsetzen: Beschlossen wurde ein Neuabschluss der Konzessionsverträge und die Gründung eines gemeinsamen Versorgungswerkes zur Übernahme des örtlichen Stromverteilungsnetzes. Die SPD hatte zuvor noch einen Ergänzungs-Antrag gestellt, der ebenfalls mehrheitlich beschlossen wurde. Danach soll der Magistrat prüfen, was die Stadt zahlen müsste, wenn sich der Netzkaufpreis nach der Höhe der Konzessionsabgaben und der Strommengen berechnet. Außerdem soll der Magistrat die Verträge fürs Versorgungswerk vor Unterzeichnung dem Parlament vorlegen.

Keine konkreten Zahlen

Die UFW ist wie alle anderen nicht grundsätzlich gegen ein Versorgungswerk, kritisiert jedoch, dass die Eon ihren künftigen Partnern keine konkreten Zahlen vorgelegt habe.

Es lägen weder Zahlen über die Investitionen der vergangenen Jahre ins Zierenberger Netz, noch über die geplanten Investitionen für die kommenden Jahre vor, kritisierte UFW-Vorsitzende Dr. Bärbel Mlasowsky. Bei der Ankauf-summe müsse mit offenen Karten gespielt werden.

Die UFW hatte beantragt, dass zunächst mit anderen Stromanbietern gesprochen werde. Wenn dazu eine Ausschreibung nötig sei, sollten 5000 Euro bereit gestellt werden. Wenn Eon Zahlen vorlege, sei man bereit, mit dem Stromkonzern weiter zu verhandeln. Dieser Antrag wurde abgelehnt.

Zuvor hatten sich auch CDU und FDP dafür ausgesprochen, die Entscheidung zu vertagen. Das Angebot der Eon sei eine „Black Box“, erklärte Lutz Kuschel von der FDP. Außerdem komme auch dass Thema Erneuerbare Energien zu kurz. Die Eon importiere eine erhebliche Menge an Atomstrom aus dem Ausland.

„Die vorgelegten Angebote bieten keinerlei Grundlage, um eine Entscheidung im Sinne der Bürger herbei zu führen“, sagte Adrian Probst von der CDU. Es seien weder verlässliche Zahlen über die notwendigen Investitionen, noch über den Kaufpreis vorhanden. Der tatsächliche Wert des Netzes in Zierenberg sei nicht ermittelt.

Die SPD unterstütze die Gründung eines Versorgungswerkes. Die Entscheidung sei lange gereift, es habe diverse Sitzungen gegeben, erklärte Wolfram Köhler von der SPD. Heute würden Gewinne mit Nutzungsentgelten gemacht und dies wolle man nicht privaten Unternehmen überlassen. Auf die Stadt käme eine Bürgschaft von 850 000 Euro zu.

Finanzstärke

„Wir sind am Ende eines zweieinhalbjährigen Verfahrens, das 8000 Euro gekostet hat“, erinnerte Bürgermeister Stefan Denn. Dabei habe sich die Eon am meisten bewegt.

Außerdem kenne sie die Netze, sei ein großer Konzern, habe Finanzstärke und sichere Arbeitsplätze in der Region. Die Eon sei ein verlässlicher Partner, und man rechne mit guten Verdienstmöglichkeiten. Ein neues Verfahren würde die Stadt Zierenberg zudem extra Geld kosten, warnte Denn in der Sitzung.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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