Kultursommer Nordhessen: Das A-cappella-Ensemble Quartonal gab Konzert in der evangelischen Kirche Bad Zwesten

Mehrstimmig, kunstvoll, romantisch

Kunstvoller A-cappella-Gesang in der Kirche Bad Zwesten: Mirko Ludwig (von links), Florian Sievers, Tim Schwarzenberger und Christoph Behm von dem Ensemble Quartonal. Foto: Auerbach

Bad Zwesten. Mehrstimmiger, kunstvoller A-cappella-Gesang erfüllte die Jakobuskirche in Bad Zwesten. In großer Harmonie und Schönheit erklangen Lieder mit Motiven wie Sehnsucht, Natur, Dunkelheit und Gefühl.

Die Sänger des Ensemble Quartonal schlugen mit Melodien voller Innigkeit, schwärmerischer Melancholie und dramatischer Erregung eine Brücke zwischen der Romantik und der Gegenwart. Vor 200 Jahren entwickelten Komponisten einen Spürsinn für die Wirkung ihrer Werke auf die menschliche Psyche. Vor allem im Lied wurde die Aura der neuen Epoche zum Ausdruck gebracht. Franz Schubert und viele andere, große Tonschöpfer vertonten lyrische Texte und gaben diesen musikalische Tiefsinnigkeit.

Empfindungen sollten geweckt und Impulse erzeugt werden. Fantastisch, wie das Quartett die wechselnden Stimmungen der Stücke auslotete und Rhythmus, Dynamik und Klangfarben in feinsten Nuancen darbot. Ein herrliches Klangerlebnis, wie die Töne auf verschlungenen Wegen zu einem vollendeten Ganzen geformt wurden. Wie in einem beschaulichen, friedvollen Bild begrüßten die Vokalisten mit berührendem Gesang den erwachenden Tag in Kurt Hessenbergs (1908 bis 1994) „Morgenlied“.

Im ersten Teil des Konzerts ließ das Ensemble noch neun deutschsprachige Lieder folgen. Nach der Pause trugen die Sänger vier romantische, englischsprachige Lieder verschiedener Komponisten vor. Hervorgehoben werden darf die wunderschöne, herzerwärmende Interpretation von Arthur Sullivans „The long day closes“ aus dem Jahr 1868. „Die Romantik im Pop-Song bildet den Schluss des Konzerts“, sagte Mirko Ludwig, der auch durch den Abend führte.

„Viva la vida“ von Coldplay, von den Vokalartisten mit großartiger Stimmfülle gestaltet, war das eindrucksvolle Schlusslied. Mit dem Stück, das von Christoph Gerl genial arrangiert wurde, gelang Ensemble quartonal ein erster Preis beim deutschen Chorwettbewerb 2010 in Dortmund. Heftiges Klatschen und Füße trampeln bewiesen die Begeisterung für das Lied der Romantik und belegten, dass wir uns durchaus Gefühle leisten dürfen.

Von Michael Auerbach

Quelle: HNA

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