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"Mein Kampf" ausverkauft: Schwälmer Buchhändler haben  Edition nicht vorrätig

In der Schwalm nicht sehr begehrt: Nur wenige Leser haben sich bisher in den Buchläden nach der kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“ erkundigt. Foto: dpa

Schwalm. Fast 2000 Seiten ist die kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ dick - und schon nach einer Woche in der Schwalm ausverkauft.

Eine Neuausgabe des Buches war 70 Jahre lang verboten, jetzt haben Historiker haben „Mein Kampf“ nachgearbeitet und mit mehr als 3500 Anmerkungen versehen. Damit wollen sie zentrale ideologische Begriffe erklären, Hitlers Quellen offenlegen und über Personen und Ereignisse informieren.

Gerade eine Woche ist das Buch zu haben - und schon ausverkauft. 4000 Stück wurden in der ersten Auflage gedruckt. Die zweite Auflage soll am 18. Januar erscheinen, sagt Petra Sander, Buchhändlerin aus Neukirchen. Buchhändler bieten ihren Kunden aber die Möglichkeit, das Buch online vorzubestellen. Auf der Internetseite von der Auktionsplattform Ebay wurde die kommentierte Ausgabe am Freitag zu Preisen von bis zu 524 Euro angeboten - also weit über dem Normalenverkaufspreis. Bei Amazon wollten private Anbieter das Buch für bis zu 499 Euro verkaufen.

Die Buchhändler in der Schwalm gehen unterschiedlich mit der kritischen Edition um, nur wenige Leser hätten sich bisher für die Ausgabe interessiert. Auf Kundenwunsch wollen sie das Buch aber vorbestellen.

„Die erste Auflage ist schon vergriffen“, sagt Petra Sander von Buch am Markt in Neukirchen. Sie habe bisher nur wenige Exemplare vorbestellt. „Ich habe gedacht, dass die Nachfrage höher ist.“ Einen Grund für das geringe Interesse sieht Sander im Preis. „Das Buch kostet 59 Euro. Das ist vielen vielleicht zu teuer.“

Sie selbst sei sehr neugierig auf die Kommentare, hält die kritische Edition für eine gute Lösung. „Das ist besser, als das Buch unkommentiert zu veröffentlichen.“ Ob sie das Buch in die Auslage legen wird, überlegt sie noch. „Ich finde Aufklärung wichtig. Aber ob ich das in die Auslage lege, weiß ich noch nicht“, erzählt sie. Sander will das Buch aber lesen. „Ich muss ja auch wissen, um was es geht, wenn die Kunden mich fragen.“

Im Buchhaus in Ziegenhain ist man zwar bereit, das Buch auf Wunsch von Kunden zu bestellen. Auf Vorrat wird man es allerdings nicht einkaufen. „Das Buch passt nicht zu meinem Sortiment und auch nicht zu meiner Überzeugung“, sagt Geschäftsführerin Ulrike Spahn-Lange. Auch bei ihr hätten sich noch nicht besonders viele Kunden für die kommentierte Ausgabe interessiert. Bei Renate Schellenberger in der Buchhandlung am Hexenturm in Treysa hingegen sei die kritische Edition oft bestellt worden. „Einige hatten schon vorbestellt. Jetzt müssen wir auf die zweite Auflage warten“, sagt Schellenberger. Sie hat kein Problem damit, das Buch dann auch in ihrem Geschäft auszulegen. „Es ist ja nicht nur Hitlers Text“, sagt Schellenberger. Mit den Kommentaren könnten Leser sich Gedanken zu dem Buch machen, sagt sie.

Quelle: HNA

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