Fünf Meisterschüler präsentierten die Ergebnisse eines Arbeitswochenendes im Kloster Haydau.

Meisterhaft verpackte Geschenke

Festlicher Ausklang eines Wochenendes: Die Dozenten Martin Quilitz (links) und Dr. Christian Detig (ganz rechts) mit den Teilnehmern Yi-Chih Lu, Akihito Okuda und Min Hee Lee, die zurzeit in Berlin Musik studieren, sowie Franziska Erdmann aus Erfurt und Kathrin ten Hagen aus Steinfurt. Foto: Schüler

Altmorschen. Wenn Künstler ihre musikalische Darbietung selbst moderieren, dann gehören zu einer erfolgreichen Aufführung auch „Ton und Erklärung - Werkvermittlung in Musik und Wort“. Unter diesem Motto stand ein Arbeitswochenende des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft, der am Wochenende fünf junge Künstler in das Kloster Haydau führte.

Für Heike Wilms, Organisatorin der Veranstaltung, ist das malerische Kloster der ideale Ort für das Angebot. Die Unterstützung durch die Firma Braun (Melsungen) und den Kulturring Morschen trug außerdem zum Erfolg des Wochenendes bei.

Davon konnte sich das Publikum bei der öffentlichen Präsentation überzeugen. Der Taiwanese Yi-Chih Lu betrat als erster den Engelsaal, empfangen von jubelndem Applaus. Dazu hatte Dozent Martin Quilitz aufgefordert mit dem Hinweis, Altmorschen sei das Andalusien von Nordhessen und appelliert, entsprechend temperamentvoll die Künstler zu begrüßen.

Und als der Pianist darauf hinwies, dass Frédéric Chopin dieses Stück einer Schülerin als persönliches Geschenk gewidmet hatte, ermöglichte er den Zuhörern, eine ganz persönliche Beziehung zu der Musik herzustellen.

Sehnsucht nach Liebe

Eine persönliche Beziehung vermittelte auch die Sopranistin Franziska Erdmann aus Erfurt, die Robert Schumanns Widmung an seine Frau Clara interpretierte: „Du meine Seele, du mein Herz.“

Sie spielte dabei auf die Sehnsucht nach der wahren Liebe an, die kaum in Internet-Partnerbörsen zu finden sei, sondern nur in der persönlichen Begegnung.

„Mut zum Profil - seid authentisch“ das war Martin Quilitz’ Aufruf an die Künstler. Als Performancekünstler und Kabarettist ermöglichte er den Teilnehmern eine andere Blickrichtung, über die klassische Vorstellung hinaus. Dr. Christian Detig, Musikchef Kulturradio des Rundfunks Berlin-Brandenburg, vermittelte nach eigenen Worten den Musikern das Handwerkszeug dafür, ihre Idee in eine publikumswirksame Moderation umzusetzen.

Mit Erklärungen

Für Min Hee Lee aus Korea bedeutete das, von ihrer persönlichen Beziehung zum Adagio von Johann Sebastian Bach zu erzählen. Kathrin ten Hagen aus Steinfurt nahm die Gelegenheit wahr, den Entstehungsprozess einer Komposition des Belgiers Eugène Ysaye zu erklären: „Er nimmt seine Geige, improvisiert, hört in die Geige hinein, und das Beste schreibt er auf.“ Akihito Okuda aus Japan demonstrierte die Vielseitigkeit des Komponisten Chopin mit dem ersten Satz der Sonate Nr. 2 voller Energie und Leidenschaft.

Am Ende waren die jungen Künstler um einige Erfahrungen reicher. Und das Publikum nahm außer dem Erlebnis meisterhaft vorgetragener Musik auch viele Hintergrundinformationen mit.

Von Lotte Schüler

Quelle: HNA

Kommentare