Helmut Hofmann spielt in 35 Städten in allen Bundesländern für krebskranke Kinder

Melodien gehen auf Reise

Alles vorbereitet: Helmut Hofmann mit der Drehorgel vor seiner Garage. Für seine jüngsten Zuhörer hat er ein kleines Stoffpferd vor das Instrument gespannt. Foto: Vorrath

Oberaula. „Das ist Musik am laufenden Band“, erzählt Helmut Hofmann. Der 60-Jährige spielt auf die Notenbänder an, die in seiner Drehorgel rotieren. Seit zwei Jahren hat der Rentner aus Oberaula das Instrument.

Jetzt will er es zu Gunsten krebskranker Kinder einsetzen: Am 19. Juni startet er von Oberaula aus zu einer Benefiztour durch 35 Städte. Hofmann wird in einem Elektroauto fünf Wochen für die Deutsche Krebshilfe unterwegs sein. Dabei wird er seine Drehorgel in allen Bundesländern spielen.

Hessen-Helmut, wie Hofmann sich selbst nennt, hat alles organisiert: In den Fußgängerzonen der Altstädte möchte er mit Seemanns- und Volksliedern die Menschen zum Spenden animieren.

Mit Kittel und Hut

Gekleidet in seinen blauen Hessenkittel und dem Schwälmer Hut auf dem Kopf, wird er die Lieder mit Gesang begleiten. Seine 30 Jahre alte Orgel hat er für 2600 Euro beim Hersteller in Dinkelsbühl gekauft. Knapp 600 Melodien kann er mit seinen 35 Notenbändern spielen. „Die lege ich einfach ein und drehe an der Kurbel.“ Die Nächte verbringt er bei Freunden oder in Hotels, die ihn unterstützen. Auch das Auto wird ihm gestellt.

Die Idee für die Spendenaktion kam ihm bei einer der Fahrradreisen mit seiner Frau. Das Ehepaar verbringt seit 25 Jahren jeden Urlaub auf dem Zweirad. Dabei legen sie immer über 1000 Kilometer zurück. „In Dresden kamen wir vor Jahren mit einem älteren Herrn ins Gespräch“, erinnert sich Hofmann. Der habe in seiner Jugend auch Fahrradtouren durch Deutschland unternommen. Im Alter sei er dann alle seine Touren noch einmal mit dem Moped abgefahren.

„Das wollte ich auch machen“, sagt Hessen-Helmut. Seit zwei Jahren ist Hofmann im Vorruhestand und hat die Zeit. Im Gegensatz zu dem älteren Herrn möchte er nicht genau dieselben Strecken fahren, die er bereits geradelt ist. „Die kenne ich schließlich schon.“ In alle Ecken Deutschlands wollte er aber nochmal. „Aber nicht nur für mich selbst.“ Deshalb habe er Kontakt zur Deutschen Krebshilfe aufgenommen.

Seine Orgel ist vorbereitet. „Ich habe noch ein Pferd aus Stoff davor gespannt.“ Das kann wiehern und wird die Kinder in den Fußgängerzonen erfreuen, so hofft er.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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