Jugendliche machen den Sport zum Beruf

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Immer sportlich unterwegs: Vorne André Petitjean und Vanessa Hübel. Dahinter steht Janina Edenhofner.

Melsungen. Rennen, hüpfen und Ballspielen statt Klausurenstress: In Melsungen machen drei Jugendliche ein Freiwilliges Soziales Jahr im Bereich Sport. Seit einem halben Jahr sind Vanessa Hübel, Janina Edenhofner und André Petitjean sportlich in Melsungen unterwegs.

Sie trainieren mit Kindern und Jugendlichen in Vereinen, an Schulen sowie Kindergärten und arbeiten im Jugendtreff Haspel.

„Fußball ist meine absolute Passion“, sagt Vanessa Hübel. Ihr Soziales Jahr macht die 20-Jährige beim Melsunger Fußballverein. Seit einer Knieverletzung kann sie selbst nicht mehr auf dem Platz stehen. Nun trainiert sie Kinder und Jugendliche.

„Ich wachse jeden Tag“, sagt die Melsungerin über ihr Soziales Jahr. Bei den Übungsstunden mit den Kindern gilt es den Überblick zu behalten und bei Fahrten zu Fußballspielen ist Organisationstalent gefragt.

Ihren schönsten Moment hatte Vanessa Hübel nicht beim Fußballtraining, sondern während einer Sportstunde an der Christian-Bitter-Schule. Dort halfen zwei Kinder einem Jungen mit Behinderung ganz selbstverständlich beim Klettern. „Das hat mir gezeigt: Sport kann Menschen verbinden“, sagt die 20-Jährige.

Erstmal genug vom Lernen

Ihre beiden FSJ-Kollegen, Janina Edenhofner und André Petitjean, machen ihr Soziales Jahr bei der Melsunger Turngemeinde. „Das ist was ganz anderes als Schule“, sagt Janina Edenhofner. Sie hatte nach dem Abitur an der Fritzlarer Ursulinenschule erst einmal genug vom Lernen. Das Freiwillige Soziale Jahr bedeutet für sie ein Jahr Pause von der Kopfarbeit. „Danach will ich Sportwissenschaft studieren“, sagt die 19-Jährige aus Lohre.

Die Speerwerferin begleitet bei der Melsunger Turngemeinde unter anderem das Leichtathletik-Training der Drei- bis Sechsjährigen. Dabei hat Janina Edenhofner die Nachwuchssportler fit für ihren ersten Wettkampf gemacht. „Da habe ich richtig mitgefiebert“, sagt sie. Das Gefühl kennt auch André Petitjean. Der 20-Jährige betreut die Turngruppen und die Schwimmabteilung des Vereins. Außerdem leitet der Kasseler eine Tischtennis-AG an der Gesamtschule.

Große Hilfe für Vereine

Die Arbeit der FSJler ist für die Vereine eine große Hilfe. „Ohne sie hätten wir Probleme, alle Kinder in den Gruppen zu betreuen“, sagt Gunter Gibhardt vom Melsunger Fußballverein.

Noch bis September geht das Freiwillige Soziale Jahr von Vanessa Hübel, Janina Edenhofner und André Petitjean. Dann stehen schon ihre Nachfolger in den Startlöchern. „Das nächste Mal haben wir sogar fünf FSJler“, sagt Jörg-Thomas Görl, Sportbeauftragter des Schwalm-Eder-Kreises.

Vanessa Hübel will nach dem Sozialen Jahr weiter beim Melsunger Fußballverein bleiben: als Trainerin der Bambinis. Die Übungsleiterlizenz hat sie schon. „Am liebsten würde ich die Gruppe weiter begleiten“, sagt die 20-Jährige.

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Von Verena Koch

Quelle: HNA

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