Synode

Ausgiebige Diskussion über Zukunft der Kirchenkreisämter

Melsungen/Homberg. Einstimmig hat sich die Synode des Kirchenkreises Melsungen für den Erhalt des Kirchenkreisamtes (KKA) in Melsungen ausgesprochen. Während der Tagung im Melsunger Lutherhaus gab es eine lange Debatte um die Behörde, die früher Rentamt hieß.

Das KKA Melsungen hat 14 Mitarbeiter und einen Auszubildenden. Hintergrund des Synoden-Beschlusses an das Landeskirchenamt: Durch Beschluss der Kreissynoden Fritzlar und Homberg wird zum 1. Oktober das Kirchenkreisamt Fritzlar-Homberg in Homberg geschaffen. „Die kirchlichen Verwaltungsstrukturen im Schwalm-Eder-Kreis werden hierdurch nachhaltig geändert”, heißt es in dem Beschluss. In den vergangenen Monaten seien der Mitarbeiterschaft des Melsunger Amtes Überlegungen mitgeteilt worden, auch das KKA Melsungen mit dem neuen KKA Fritzlar-Homberg zusammenzulegen. In dem Beschluss unterstreicht die Melsunger Synode: Die Selbstständigkeit des KKA Melsungen als einer ortsnahen und leistungsfähigen Verwaltungseinrichtung habe sich bewährt.

Um Antwort wird gebeten

Gleichwohl sei die Kreissynode bereit, die Verwaltungsstrukturen offen zu diskutieren und bittet um Antworten auf folgende Fragen:

• Welche Auswirkungen hätte die Fusion auf die Haushaltsdefizite der bislang getrennten Kirchenkreisämter, insbesondere unter Berücksichtigung der Anmietung der neuen Immobilie in Homberg?

• Welche finanziellen Vorteile entstünden dem Kirchenkreis Melsungen durch die Zusammenlegung der beiden Ämter?

Wie der Leiter des KKA Melsungen, Stefan Ochs, erläuterte, wurde die Zahl der Kirchenkreisämter in den vergangenen acht Jahren in der Landeskirche von 21 auf 15 reduziert. „Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand beträgt das zu erwartende Defizit der Kirchenkreisämter Fritzlar und Homberg im Jahr 2012 über 200 000 Euro”, sagte Ochs.

Die Finanzsituation der Kirchenverwaltung auf der mittleren Ebene sei im überwiegenden Teil der Kirchenkreisämter sehr angespannt. Von den 15 Kirchenkreisverwaltungen arbeiteten derzeit lediglich fünf im positiven Bereich.

Zurückzuführen sei die angespannte Haushaltslage bei vielen Kirchenkreisverwaltungen auf die Übertragung von vielen Aufgaben auf die Ämter, zum Beispiel die Haushalts- und Vermögensaufsicht über die Kirchengemeinden sowie die Einführung des Gebäudemanagementes.

Keine Notwendigkeit

Er könne der Synode bestätigen, dass zurzeit aus wirtschaftlicher, rechtlicher und verwaltungstechnischer Sicht keine Notwendigkeit zur Veränderung der Verwaltungsstrukturen im Kirchenkreis Melsungen besteht, so Ochs. Auch kurz- oder mittelfristig bestehe - bei gleichbleibenden Bedingungen - keine Notwendigkeit, die Struktur zu ändern oder anzupassen.

Dekan Rudolf Schulze sagte, eine Fusion sei offiziell nicht an Melsungen herangetragen worden, es gebe aber Fragen. Man brauche ein ruhigeres Fahrwasser.

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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