Tragischer Unfall an Fuldatalschule

Nach Tod von Erstklässler in Melsungen: Kinder sind traumatisiert

Melsungen. Nach dem tragischen Unglücksfall an der Melsunger Fuldatalschule betreuen drei Schulpsychologen Lehrer und Kinder. Seit 7.30 Uhr sind sie an der Schule. Ein solches Ereignis traumatisiere alle Betroffenen, sagt Marion Temme, Schulaufsichtsbeamtin beim Staatlichen Schulamt in Fritzlar.

"Wir haben für solche Vorfälle keine Verhaltensmuster gespeichert. Es kommt zu ganz unterschiedlichen Trauerreaktionen", erklärt Temme. Professioneller Kontakt sei für alle Betroffenen jetzt sehr wichtig. Ein Schulausfall sei daher nicht ratsam. Er würde die Aufarbeitung nur in die Zukunft schieben, ergänzt Rainer Walenzik, stellvertretender Leiter des Schulamtes.

Aktuelles von der Polizei

Nach dem Tod des Jungen soll eine Obduktion Aufschlüsse über die Todesursache liefern. Die Untersuchung wird voraussichtlich am morgigen Freitag durchgeführt, sagte ein Sprecher der Polizei in Homberg am Donnerstagmorgen.

Der Erstklässler war am Mittwoch in einer Schulpause unter Atemnot zusammengebrochen. Sofort eingeleitete Wiederbelebungsversuche von Lehrern blieben erfolglos. Auch ein Notarzt konnte das Leben des Jungen nicht retten. Hinweise auf ein Fremdverschulden lagen am Mittwoch zunächst nicht vor. (lhe)

Die Psychologen könnten die Kinder in ihrem Verhalten auffangen. Die Trauer zeige sich durch eigenes Zurückziehen könne aber auch zu aggressivem Verhalten führen und zum Witze machen verleiten, sagt Temme. "Die Psychologen gehören zu regionalen Schulkriseninterventionsteams (Kit) und sind sehr umfangreich für solche Situationen ausgebildet."

Ihnen obliege es jetzt auch, die Schule organisatorisch zu entlasten und vorzugeben, wie mit dem Krisenfall umzugehen ist. An der Fuldatalschule und natürlich auch an der benachbarten Grundschule am Schloth seien alle Angebote auf die Betroffenen zugeschnitten. Ob Einzelgespräche, Gruppensitzungen oder andere Hilfen, die Betroffenen entscheiden. Die Entscheidung über eine Trauerfeier werde im Kollegium gefällt.

Es sei aber durchaus sinnvoll, der Trauer einen Raum zu geben und dann einen Punkt zu setzen. "Das Leben muss weitergehen. Das ist schmerzhaft muss aber sein. Dazu gehört aber auch, dass es immer wieder Momente geben wird, wenn Schüler in Tränen ausbrechen", sagt die Pädagogin.

Eine begleitende Betreuung gebe es dennoch. "Wenn Bedarf da ist, werden wir auch in den nächsten Tagen und Wochen für die Kinder, Lehrer und Eltern da sein. Es gibt eine Notrufnummer für alle Betroffenen."

Artikel aktualisiert um 12.45 Uhr

Leider komme es im Schulalltag immer wieder zu tragischen Unglücksfällen, sagt Walenzik. Eine Schulgemeinschaft werde auch erschüttert, wenn im Umfeld etwas geschehe - so zum Beispiel ein tödlicher Verkehrsunfall oder ein Suizid. Der Tod eines Zehnjährigen am Schwalmgymnasium 2006 sei der letzte an einer Schule im Schwalm-Eder-Kreis gewesen.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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