Melsungen seit Dienstag ans Netz des Gruppenwasserwerks angeschlossen

Lösung für Wassermangel

Wasser marsch in Melsungen: Drehten den Hahn auf im Hochbehälter Melsunger Feld mit von links Martin Dohmann, Daniel Grunewald, Markus Boucsein, Hartmut Spogat und Alexander Wilhelm. Foto: Dewert

Melsungen/Felsberg. Ein möglicher Wassermangel in den Sommermonaten ist in Melsungen Geschichte. Die Stadt ist mit ihren etwa 14 000 Einwohnern und großen Industrieunternehmen jetzt an das Wassernetz des Gruppenwasserwerks Fritzlar-Homberg angeschlossen.

Damit sei die Versorgungssicherheit für kommende Jahre gewährleistet, sagte Markus Boucsein, Bürgermeister der Stadt. Am Dienstag wurde der Hahn der neuen Leitung aufgedreht.

Wasserpreis

Obwohl das benötigte Wasser mit einem Kubikmeterpreis von 70 Cent hinzugekauft werden muss, soll der Frischwasserpreis von derzeit 1,26 Euro in den kommenden drei Jahren nicht steigen. Jedenfalls nicht wegen des zugekauften Wassers, schränkte Kämmerin Cornelia Ritter-Wengst ein.

Wasserverbrauch

Bisher förderte die Stadt ihr komplettes Wasser aus zwölf Tiefbrunnen selbst. Etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser verbrauchen die Unternehmen und Einwohner jährlich – jeweils etwa zu 50 Prozent.

Zum Vergleich: In den drittgrößten deutschen Stausee, den Edersee, passen bei Vollstau maximal 200 Millionen Kubikmeter. Das Schwimmerbecken im Melsunger Hallenbad (25x16x1,80 Meter) fasst etwa 720.000 Liter oder 720 Kubikmeter. Das Hallenbad wird also fast sechs Mal am Tag verbraucht.

Neue Wasserleitung

2,75 Kilometer lang ist die neue Wasserleitung, die den Melsunger Hochbehälter Melsunger Feld mit dem Wassernetz in Melgershausen verbindet. Kostenpunkt des Leitungsbaus und der nötigen Infrastruktur: 480.000 Euro. In Rekordzeit – von Juni bis Oktober – hätten die heimischen Unternehmen die Leitungen verlegt. Die Kapazität der Leitung liegt bei 1000 Kubikmetern Wasser täglich. 45 Kubikmeter Wasser können maximal stündlich durch die Leitung fließen. Eine Mindestabnahmemenge gebe es nicht, sagte Martin Dohmann, Bauamtsleiter und Technischer Leiter der Melsunger Stadtwerke.

Wasserknappheit

Der tägliche Durchschnittsverbrauch liege in Melsungen zwischen 4500 und 4800 Kubikmetern. Im Sommer steige dieser zu Bedarfsspitzen aber auf etwa 6200. Dann liefen alle zwölf Melsunger Tiefbrunnen unter Höchstlast.

Es sei aber unbedingt nötig, den Brunnen regelmäßig Zeit zur Erholung zu geben. Die vorhandenen Brunnen müssten geschont werden. Die Stadt plane derzeit Probebohrungen, um zwei weitere Tiefbrunnen in Betrieb zu nehmen, erklärte Martin Dohmann.

Wasserqualität

Das Wasser, das bei Bedarf eingespeist wird, komme aus Remsfeld, sagte Hartmut Spogat, Verbandsvorsteher des Gruppenwasserwerks.

Die Charakteristik sei nahezu identisch mit dem Melsunger Wasser, sagte Alexander Wilhelm, Geschäftsführer des Gruppenwasserwerks. Das Wasser komme aus dem Mittleren Buntsandstein.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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