So hat man Melsungen nie gesehen: Ausstellung mit alten Ansichten

Blick in die Vergangenheit: Maler Manfred Kehl zeigt 40 seiner Werke. Die Motive sind meist historisch korrekt und nie zuvor im Bild zu sehen gewesen. Unterstützt wird Kehl vom Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Siegfried Pietrzak. Foto: Dewert

Melsungen. Wie sah Melsungen früher aus? Das hat Manfred Kehl recherchiert - und in selbstgemalten Bildern festgehalten. Die entstandenen Werke stellt er am kommenden Wochenende in Melsungen aus.

Der Maler Carl Spitzweg (1808-1885) ist sein Vorbild. Manfred Kehl erweitert die Geschichte Melsungens um Tuschezeichnungen und farbenfrohe Ölgemälde. Meist historisch exakt, oft unterhaltsam und und immer sehenswert. Der 69-Jährige ist Mitglied im Geschichtsverein und zeigt 40 seiner Werke in einer Schau in den Räumen des Vereins hinter der Stadthalle - ehemals Stadtbücherei.

Zu sehen sind die Bilder am Samstag, 7. und Sonntag, 8. Februar.

Aber die Bilder zeigen nicht bloß Stadtansichten, sondern erweitern die Panoramen um kleine Geschichten, Anekdoten und gut Recherchiertes. So gibt es kaum verlässliche Vorlagen aus der Zeit des Mittelalters. Aber Kehl gelingt es, die Spanne vom 15 bis zum 17 Jahrhundert mit Leben zu erwecken.

„Mir dienten vereinzelt Kupferstiche von Merian und Dillich als Vorlage“, sagt Kehl, der seit mehr als 30 Jahren zeichnet und malt. Als Hobby, autodidaktisch, auf hohem Niveau.

Es gebe nur wenige Vorlagen, auf die er zurückgreifen könne. Vieles erarbeite er aus Beschreibungen der damaligen Zeit und Fachtexten - zum Beispiel einer Dissertation von Dieter Wolf über Melsungen im Mittelalter. So ist in seinen Bildern vieles veranschaulicht, was in der Gegenwart nie zuvor zu sehen war.

Dabei dienen die Figuren nicht nur dazu, den Bildern Tiefe zu vermitteln, sie erzählen auch vom Leben in der Kleinstadt an der Fulda: von Dieben in der Nacht, einem flirtenden Paar und der Arbeit auf den Feldern.

Die Bilder seien ein interessanter Beitrag zur Aufarbeitung der Historie Melsungens, sagt Siegfried Pietrzak, Vereinsvorsitzender des Melsunger Zweigvereins des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde.

Die Bilder sind unverkäuflich. Sie sollen aber gezeigt werden. „Ich möchte nicht, dass die Ansichten verstauben, sie gehören an eine Wand“, sagt Kehl, der bis zu zwei Wochen an einem Werk sitzt.

Die Bilder wurden unlängst professionell fotografiert und eine Reproduktion ist vorstellbar. Sie könnten beispielsweise den Stadtführern dienen, Szenen lebendig werden zu lassen, im Geschichtsunterricht genutzt werden und verkauft werden - gerne auch für einen guten Zweck, sagt Kehl. Die weitere Verwendung werde man im Verein noch erarbeiten, ergänzt Kehl, der selbst aktives Mitglied ist.

• Ausstellung: Melsungen, eine Ausstellung mit 40 Ölgemälden und Tuschezeichnungen. Samstag, 7. Februar von 11 bis 14.30 und Sonntag, 8. Februar von 14 bis 16.30 Uhr in den Räumen des Geschichtsvereins hinter der Stadthalle - ehemals Stadtbücherei.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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