Melsungens Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Dietzel ist gestorben

Abschied: Melsungens Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Dietzel ist am Sonntag verstorben. Unser Foto zeigt ihn in seinen letzten Amtstagen mit dem Bild, das seit 2005 in der Reihe seiner Amtsvorgänger im Melsunger Rathaus hängt. Archivfoto: Schwarz

Melsungen. Melsungen trauert: Alt-Bürgermeister Karl-Heinz Dietzel ist im Alter von 74 Jahren am Sonntag verstorben. Er hat unter einer schweren Krankheit gelitten.

Zwölf Jahre lang leitete Dietzel als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Melsungen. 2005 ging er in den Ruhestand. Sein Amtsvorgänger Dr. Ehrhart Appell verbindet eine langjährige Freundschaft mit Karl-Heinz Dietzel: Er lernte den damals 16-Jährigen als Lehrling in der Kreisverwaltung in Melsungen kennen. „Schon damals war zu sehen, dass er seinen Weg in der Verwaltungslaufbahn machen wird“, erinnert sich Appell, „er war ein sehr versierter Verwaltungsbeamter.“

Für Thomas Garde, den Büroleiter der Stadt Melsungen, war Dietzel Chef, Förderer und Freund zugleich. Er kennt ihn schon seit Kindertagen: Dietzel und Gardes Vater haben in Elfershausen gemeinsam Handball gespielt. „Er war sportbegeistert und talentiert“, berichtet Thomas Garde, „und schon als 17-Jähriger hat Dietzel in der Seniorenmannschaft gespielt.“ Beim TSV Malsfeld war er ein guter Fußballer, bis vor wenigen Jahren spielte er Tennis (Garde: „Und jeder wollte ihn gerne im Doppel neben sich haben.“).

Denn Karl-Heinz Dietzel war ein guter Teamplayer, im Sport wie im Beruf. Treue und Loyalität auch in schweren Zeiten - das waren für den Fan des 1. FC Köln prägende Charakterzüge, berichtet Thomas Garde. Und Dietzel sei authentisch gewesen: „Er hat die Menschen gemocht und sie respektiert.“ Das habe er alle spüren lassen, über Dienstgrade hinweg, vom Minister über den Landrat, den Fahrer bis hin zum Hausmeister.

Dass Karl-Heinz Dietzel bei den Melsungern beliebt war, zeigt zum Beispiel das Ergebnis seiner Wiederwahl in das Amt des Bürgermeisters: 1999 stimmten bei der Direktwahl 95 Prozent der Wähler für den alleinigen Kandidaten Dietzel.

Bei seiner Arbeit als Bürgermeister profitierten er und vor allem die Stadt Melsungen von seinen Erfahrungen als Kämmerer und Büroleitender Beamter des Schwalm-Eder-Kreises. „Dietzel war er ein exzellenter Finanz- und Verwaltungsexperte“, sagt Garde, „und er stieß nachhaltige Projekte an, bei denen er immer die Folgekosten im Blick hatte.“ In Dietzels Amtszeit fielen unter anderem die Sanierung des Waldschwimmbades, der Kita-Neubau Am Schloth, der Umbau der Kulturfabrik in Zusammenarbeit mit B. Braun, der Neubau des DGH Kehrenbach, die Initiierung des Interkommunalen Gewerbegebiets Ostheim und des Melsunger Weinfests. Landrat Winfried Becker stand insbesondere als Bürgermeisterkollege in engem Kontakt: „Er war ein ausgleichender Mensch, der es verstanden hat, andere zusammenzubringen.“ Als Bürgermeister sei er ein großer Gewinn für die Stadt Melsungen gewesen.

Karl-Heinz Dietzel hinterlässt seine Ehefrau, zwei erwachsene Kinder und mehrere Enkel.

Trauerfeier: Die öffentliche Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am Montag, 25. Juli, ab 11 Uhr in der Stadtkirche Melsungen statt.

Quelle: HNA

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