Melsunger buchen Reisen in wettersichere Urlaubsregionen

Viel zu tun: Jürgen Degethoff berät Kurzentschlossene bei ihrer Urlaubswahl. Foto:  Wüstefeld

Melsungen. Ab in den Urlaub – gerade in den vergangenen, verregneten Tagen war das ein verlockender Gedanke. Regenschirm statt Sonnencreme – so stellt sich die Mehrheit der Melsunger den Sommer wohl nicht vor.

Das zumindest lassen die Aussagen der Reisebüromitarbeiter in Melsungen und Umgebung vermuten, die einen „mordsmäßigen“ Anstieg der Anfragen nach einem sonnigen Urlaubsort wahrnehmen. „Gegenüber dem vergangenen Jahr ist die Nachfrage nach einem Urlaubsdomizil, in dem es sonnig ist, deutlich gestiegen“, sagt Gudrun Unger-Stöppler von der Reisekiste aus Malsfeld. Das kann auch der Inhaber des Tui Reise-Centers aus Melsungen, Jürgen Degethoff, bestätigen: „Der letzte Sommer war schon durchwachsen, dieses Jahr wieder – die Menschen wollen Sonne.“

Klare Gewinner des oft schlechten Wetters in Nordhessen sind die Länder Spanien und Türkei. Generell schon beliebte Urlaubsziele, werden sie dieses Jahr noch stärker nachgefragt. Das hat vor allem mit dem Preisniveau zu tun: „Die Türkei und Spanien, hier vor allem Mallorca, sind im Vergleich zu anderen sonnigen Urlaubsdomizilen relativ günstig“, sagt Andrea Brethauer, Mitarbeiterin in dem Reisebüro Mister Holiday in Spangenberg. Das ist auch der Eindruck von Unger-Stöppler: „Solange der Urlaub günstig ist, fliegen die Leute sogar von München oder Nürnberg aus ab.“ Viele der Urlaubsentscheidungen würden über den Preis fallen. Italien würde deshalb bei den Kurzentschlossenen eher selten gewählt, der Grundpreis sei zu hoch.

Generell aber müssen sich Urlaubswillige darauf einstellen, etwas mehr für den Urlaub zu bezahlen als noch vor ein paar Jahren: „Es gibt kaum noch Last-Minute-Angebote“, sagt Brethauer. Durch die vielen Buchungen würden die Hoteliers im Moment keinen Anlass sehen, die Preise zu senken. Wirklich sparen könne man nur noch, wenn früh genug gebucht wird.

Aber auch andere Gründe sprechen für Spanien und Italien. Länder wie Tunesien und Ägypten stehen nur selten auf der Liste der möglichen Ziele, die politischen Unruhen seien der Grund. Auch Griechenland sei im Moment nicht gefragt, sagt Degethoff. Selbst Nord- und Ostsee, eigentlich beliebt bei den Deutschen, werden von den Kurzentschlossenen aufgrund der schlechten Wetterlage momentan nicht als Ziel angegeben: „Lediglich Urlauber, die nicht gerne mit dem Flugzeug verreisen, verschlägt es zur Zeit an die See“, sagt Degethoff. Brethauer hat in den vergangenen Wochen sogar keine einzige Reise an die Küstenregionen Deutschlands verkauft.

Quelle: HNA

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