Wald ist ein Multitalent

Melsunger Forstamt setzt auf nachhaltiges Wirtschaften und den Klimaschutz

Wald

Melsungen. Wenn Christian-Peter Foet vom Wald spricht, klingt es, als würde er von einem Schatz reden. Und genau das, sagt der Leiter des Melsunger Forstamts, ist der Wald auch: ein kostbares, über die Jahrhunderte hinweg gewachsenes Stück Natur. Dieses zu bewahren, sei nun die Aufgabe und Herausforderung der Zeit.

Das war vor fast 300 Jahren auch der Ansatz von Carl von Carlowitz. Er erfand damals jenen Begriff, der heute stets und ständig benutzt wird, wenn es um vernünftiges Wirtschaften geht: Nachhaltigkeit. Diese Nachhaltigkeit sei noch heute das wichtigste Leitbild der Forstwirtschaft, sagt Foet.

Damals, um 1700, herrschte in Deutschland vor allem eines: Holzmangel. Der Wald war über die Jahrhunderte hinweg verheizt, verbaut, von Glasbläsern und Köhlern verbrannt, vom Vieh gefressen worden. Damals seien die deutschen Wälder an vielen Orten fast völlig verschwunden gewesen.

Grund genug für den Forstmann Carl von Carlowitz, sich Gedanken zu machen, wie man diesen Schwund stoppen könnte und dabei den Grundsatz zu entwickeln, dass nie mehr Holz entnommen werden darf, als auch wieder nachwächst. Genau diesem Nachhaltigkeitsgedanken sei es heute zu verdanken, dass Hessen das buchenreichste Bundesland sei, sagt Christian-Peter Foet.

Seitdem die Brennholzentnahme geregelt und später auch der Begriff "Waldbau" entwickelt worden sei, habe sich der Wald über Jahrhunderte hinweg zu dem entwickeln können, was er heute darstelle: zu einem wahren Multitalent. Der Wald ist wichtig für die Ökologie, die Wirtschaft, den Klimaschutz, stellt einen wichtigen Erholungsraum dar und bietet noch dazu jede Menge Arbeitsplätze.

Die Forst- und Holzwirtschaft beschäftigt mit fast einer Million Menschen mehr Mitarbeiter als die Automobilbranche, berichtet Foet. Dazu zählt er neben den Forstämtern und Privatforsten vor allem Sägewerke und papier- und holzverarbeitende Betriebe. Allein von letzteren gibt es in der Bundesrepublik mehr als 3000.

All das mache den Wald zu einem wahren Schatz. Und auch, wenn die Menschen im Landkreis seit Jahrhunderten von dichten Wäldern umgeben seien, dürften sie sie auf keinen Fall als Selbstverständlichkeit betrachten: "Es bedurfte der Arbeit von vielen Generationen, dass der Wald so gut dasteht", sagt Christian-Peter Foet. "Erst wenn man das begreift dann entwickelt man eine Idee davon, wie groß dieser Schatz ist."

Von Claudia Brandau

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Quelle: HNA

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