56. Melsunger Grasbahnrennen mit vier Preisen - Ältester Fahrer erinnert sich

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Vier Räder: Auch mit dem Quad ging es auf die Grasrennbahn.

Melsungen. Am Samstag und Sonntag fand das 56. Melsunger Grasbahnrennen statt. Organisiert wird das Rennen vom Motorsportclub (MSC) Melsungen.

Erstmals im Programm war ein nationales Rennen mit Seitenwagen. 16 Gespanne waren dabei. "Wir haben dieses Jahr ein sehr ausgeglichenes Fahrerfeld“, sagt der Vorsitzende des MSC Melsungen Franz Pickenhahn. Spannende Rennen sollen somit garantiert werden.

60 Fahrer aus verschiedenen Ländern und Altersklassen zählen zum Fahrerfeld. „Der jüngste Fahrer aus unserem Fahrerfeld ist 16 Jahre alt, der älteste 76“, sagt Pickenhahn. „Hier zeigt sich, dass wir immer bemüht sind viele ‚Rad an Rad - Kämpfe’ zu garantieren“, erklärt Pickenhahn. Untergebracht werden die Fahrer im Fahrerlager, direkt neben der Rennstrecke.

„Die meisten übernachten in ihren Wohnwagen oder Zelten. Manche reisen auch schon eine Woche früher an, um alte Bekannte zu besuchen und Freundschaften zu pflegen“, sagt Pickenhahn. „Generell findet das Grasbahnrennen in einem familiären Umfeld statt“, betont er. „Bei uns steht die Kameradschaft im Vordergrund.

Viele Fahrer kennen sich schon über Jahrzehnte, durch nationale und internationale Rennen“, erzählt Pickenhahn.

Rund um das Renngeschehen auf der Grasrennbahn unterhielten wir uns mit einem der ältesten Fahrer aus dem Fahrerfeld, Horst Bund.

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde ist Horst Bund auf der Grasrennbahn in Melsungen unterwegs. Der Sulzbacher fährt seit 2010 in der Klasse der Speedkarts und ist ältester Teilnehmer im Fahrerfeld. Wir haben mit ihm über seine Leidenschaft gesprochen.

„Ich wollte nochmal etwas anderes ausprobieren“, sagt der 76-Jährige. Bei seinem ersten Rennen 1961 in Niederrodenbach, damals noch im Gespann, fiel er gleich aus dem Seitenwagen, erinnert er sich und lacht. „Nach dem Rennen ist der Fahrer zu mir gekommen und hat mir vorgeschlagen, dass ich doch selbst fahren sollte“, sagt Bund. Seitdem hat der 76-Jährige zwölfmal die Hessenmeisterschaft gewonnen. Er ist einmal Fünfter bei der Deutschen und einmal Siebter bei der Europameisterschaft der Gespanne geworden. Der Maurer und Plattenleger fuhr fast jedes Wochenende nach der Arbeit internationale Rennen. In Holland, Luxemburg, England und Belgien war er schon. „Man kommt viel rum, wenn man so verrückt ist wie ich“, sagt Bund und schmunzelt.

Fit gehalten hat er sich neben dem Motorsport mit Marathonläufen. Den letzten ist er mit 60 Jahren gelaufen. Zu Hause bastelt und schraubt er. „Meine Frau Brigitte ist immer an meiner Seite“, sagt er. 1962 haben sie sich bei einem Rennen kennen gelernt. Zwei Jahre später gaben sie sich das Jawort.

Volles Haus zum Grasbahnrennen in Melsungen

Seitdem touren sie durch Europa. „Generell ist es der Ansporn bei jedem Rennen zu gewinnen, allerdings ist die Kameradschaft und das familiäre Umfeld ein wichtiger Faktor im Leben“, sagt Bund. Seine Liebe zum Motorsport und zu Wettkämpfen wird Horst Bund wohl noch eine Weile begleiten. „Ich fahre solange wie ich mich gut und fit fühle“, sagt der 76-Jährige und lacht.

Von Henry Valentin

Quelle: HNA

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