Melsunger Kernstadt: Abriss von Fachwerk als Chance?

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Einkaufsmeile Kasseler Straße: Die Melsunger Innenstadt hat Potenzial, sagt eine Untersuchung. Probleme mit Leerstand gibt es vor allem im Westen der Stadt.

Melsungen. Der Abriss von Fachwerkhäusern könnte die Melsunger Kernstadt attraktiver machen. Denn neue Freiflächen, Parkplätze und eine Veränderung des Stadtbildes könnten vor allem Familien mit Kindern anziehen.

Diesen und andere ungewöhnliche Vorschläge hat ein Kasseler Student erarbeitet und präsentiert.

Nico Breitenstein hatte sich im Rahmen seines Stadtplanungsstudiums mit der „Zukünftigen Entwicklung der Altstadt von Melsungen“ beschäftigt. Seine Ergebnisse stellte er dem Ausschuss für Stadtentwicklung vor.

Dabei stieß Breitenstein auf eine Besonderheit Melsungens: In der Kernstadt lebten zwar viele Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, aber auch ungewöhnlich viele Melsunger im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. „Ich habe selten so eine Struktur gesehen“, sagt Breitenbach.

Die Kernstadtbevölkerung ist jung, wird es aber laut Prognose nicht bleiben: Bis 2030 werde sich der Altersdurchschnitt verschieben, viele Melsunger werden dann 50 Jahre oder älter sein.

Dadurch verschärfe sich das Problem des Leerstands: Bereits jetzt seien viele Gewerbeflächen ungenutzt, auch Häuser betreffe der Leerstand. Auffällig sei dies im westlichen Bereich der Stadt, der Quergasse.

Hier ist laut Breitenstein eine gewerbliche Nutzung kaum noch vorhanden. Im Süden sieht es dagegen relativ gut aus. Insgesamt zählte Breitenstein über 50 Leerstände in der ganzen Kernstadt.

Es gibt aber Aspekte, die durchaus positiv stimmen: Die gute Lage, die jetzige Altersstruktur und die gute Bausubstanz seien das Potenzial der Stadt, sagt Breitenstein.

Von Göran Gehlen

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Quelle: HNA

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