Einsatz für Gerechtigkeit

Melsunger Ortsverein Arbeiterwohlfahrt feiert 60-jähriges Bestehen

+
Fröhliche Helferinnen: von links Elfriede Böddiger, Margret Lohmann, Erika Dietrich, Helga Kühlborn und Ursula Tonn organisieren zusammen mit anderen Ehrenamtlichen Kaffeenachmittage für die Bewohner des Melsunger Altenheims. Dies ist nur eines von vielen Einsatzgebieten der AWO.

Melsungen. Sie kämpfen für eine gerechte und soziale Gesellschaft, und das seit 60 Jahren: Die Mitglieder des Melsunger Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt (AWO) feiern am Samstag, 28. September, einen runden Geburtstag.

"Wir sind das Bindeglied und die Basis des AWO-Verbandes", sagt Vereinsvorsitzender Martin Hentschker über die Ortsvereine. Hentschker ist selbst seit 40 Jahren Mitglied im Ortsverein und hat somit einen Großteil der Nachkriegsgeschichte des Vereins begleitet. "Wir werden nicht müde, soziale Gerechtigkeit zu fordern", betont er. Zwar gehe es vielen in diesem Land gut. "Aber es kann nicht sein, dass Menschen zum Sozialamt gehen müssen, wenn sie pflegebedürftig werden."

Eine Aufgabe des Ortsvereins ist, Aktionen für die Mitglieder anzubieten beispielsweise Ausflüge, Feiern und Versammlungen. "Aber wir müssen uns auch um andere Dinge kümmern", sagt Hentschker.

Die Mitglieder des Vereins waren von Beginn an in Jugendarbeit, Seniorenbetreuung, Kommunalpolitik und Ausländerarbeit eingebunden. Vor 35 Jahren wurde beispielsweise die Schülerhilfe-Gruppe gegründet, die sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund richtet. "Die Schüler sollen dort das Lernen lernen", erklärt Hentschker. "Wir fördern die Sprache und helfen, den Alltag zu bewältigen." Außerdem organisieren Vereinsmitglieder zusammen mit anderen ehrenamtlichen Helfern alle 14 Tage einen Kaffeenachmittag für die Bewohner des Melsunger Alten- und Pflegeheims "Dr.-Horst-Schmidt-Haus".

Das jüngste Projekt, in dem sich der AWO-Ortsverein engagiert, ist die Angehörigen-Initiative. Sie wurde vor zwei Jahren gegründet, um den Heimbewohnern des Horst-Schmidt-Hauses eine Stimme zu geben. "Ziel ist, die Qualität der Betreuung zu verbessern", erklärt Martin Hentschker. "Diese Initiative unterstützen wir."

Wie viele andere Vereine hat auch der Melsunger AWO-Ortsverein Zukunftssorgen: "Wir haben derzeit 80 Mitglieder, waren aber mal 150", sagt der Vorsitzende. Der Verein suche deshalb weitere Ehrenamtliche, die bereit seien, sich zu engagieren.

Neue Mitglieder gesucht

Auch die Vorstandsmitglieder müssen sich langsam über mögliche Nachfolger Gedanken machen, sagt Hentschker, schließlich seien sie alle über 70. Er selbst ist 77 Jahre alt und will in zwei Jahren aufhören. Auch, wenn ihm das schwer fällt: "Ich habe diese Arbeit immer gern gemacht", sagt er. Und er ist sicher, dass auch in den kommenden Jahren für soziale Gerechtigkeit gekämpft werden muss. (jul)

Gefeiert wird Samstag mit Mitgliedern, deren Partnern, Ehegatten und Freunden ab 15 Uhr in der Stadthalle Melsungen.

Quelle: HNA

Kommentare