Melsunger Schüler gestalteten Räume in Kasseler Galerie Coucou

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Wendeltreppe aus Pappe: Die Schüler (von links) Nils Schönewolf, Lisa Aurich, Anna Artarian, Shanice Enwerem, Max Cegla, Nele Haupt, Nils Schäfer, Lilli Roemer, Elena Weber, Vanessa Hoja und Beatrix Meisner mit einem ihrer Ausstellungsstücke.

Melsungen/Kassel. Wie kann man einen Raum verwandeln? Mit dieser Frage haben sich Schüler der Jahrgangsstufe 13 an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen auseinandergesetzt.

Die Ergebnisse präsentieren sie bei einer Ausstellung, die am Freitag in der Galerie Coucou in Kassel eröffnet wird.

Am Mittwochmorgen herrschte in der Galerie noch kreatives Chaos: Die Jugendlichen hantierten mit großen Pappkartons, Holzplatten und bunten Fäden. Kunstlehrerin Kathrin Rost und Künstler Veit Stratmann, die das Projekt begleiten, hielten sich bewusst zurück: "Wir werden nicht mehr gebraucht", sagte Rost mit Blick auf die Jugendlichen, die völlig in ihre Arbeit versunken waren.

Zu ihnen gehört auch Lilli Roemer. "Wir haben im Kunstunterricht aus Pappe Modelle von der Galerie gebaut", schilderte die 18-Jährige, "und dann überlegt, wie man diese Räume verändern kann." 60 Schüler aus drei Kunstkursen haben sich an dem Projekt beteiligt, das von der Kunstlehrerin Kathrin Rost und dem Künstler Veit Stratmann betreut wurde.

Für Stratmann war es eine neue Erfahrung, mit Schülern zusammmen zu arbeiten. "Die ersten Ideen kamen immer sehr schnell", erzählte er, "der Schritt, diese Ideen dann auch umzusetzen, war schon schwieriger." Das hat auch die Schülerin Anna Artarian (20) so empfunden: "Wir mussten die vielen unterschiedlichen Vorstellungen zusammenbringen." Aber es sei toll, im Team zu arbeiten, findet sie.

Die Jugendlichen arbeiteten in Kleingruppen zusammen, rund 20 Entwürfe entstanden auf diese Weise. Eine gläserne Zwischendecke, verspiegelte Wände, viele kleine Räume mit Türen dazwischen - die Schülerinnen und Schüler hatten viele Ideen, wie man den Galerieraum verändern könnte. Zunächst setzten sie ihre Entwürfe nur am Pappmodell um. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Drei der Entwürfe haben die Jugendlichen nun auch in der echten Galerie Coucou realisiert. Drei Räume haben sie so gestaltet.

In einem Raum führt eine aus Pappe gebaute Wendeltreppe ins Nichts. In einem anderen hängen Holzwürfel an den Wänden, auf die Fotos vom Innenhof vor der Galerie Coucou projiziert werden. "So haben wir den Außenraum nach innen geholt", erklärte Kunstlehrerin Kathrin Rost, die zugleich Kuratorin der Galerie ist. Durch die Würfel an den Wänden wirken die Bilder verzerrt - auch so wird der Raum verändert. Ein Raum ist mit einem Netz aus bunten Fäden gefüllt, die sich von Wand zu Wand, vom Boden zur Decke ziehen. "Wir haben Gruppen gebildet, jede Gruppe hat einen Faden in einer anderen Farbe bekommen", sagte Elena Weber (18) die Entstehung dieses Kunstwerks. "Dann wurde ausgelost, wie oft welcher Faden die Wände, die Decke und den Boden berühren durfte." Die 17-jährige Lisa Aurich ergänzte: "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht."

Eröffnet wird die Ausstellung heute um 19 Uhr in Kassel in der Galerie Coucou, Werner-Hilpert-Straße 8. Sie ist am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Februar, jeweils von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Quelle: HNA

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