Melsunger sind schockiert über Amoklauf in München

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Ruth Brandt aus Söhrewald schaut sich in der Melsunger Innenstadt die HNA an. Über den Amoklauf in München sei sie schockiert. 

Melsungen. Der Schock über die Schießerei in einem Einkaufszentrum in München, bei der gestern Abend neun Menschen und der Täter gestorben sind, sitzt auch in der Region tief.

„Das war hier heute morgen das Gesprächsthema bei den Kunden“, erzählt Karin Stiewa aus Grebenau, die in einer Bäckerei in Körle arbeitet.

Auch am Samstagvormittag stehen vor der Bäckerei noch Passanten, die sich über das Unglück unterhalten. „Es ist so furchtbar. Man denkt immer, so etwas passiert nur wo anders“, sagt Claudia Stephan. „Man kann doch bald nirgends mehr hingehen, nicht mal mehr einkaufen“, sagt eine andere Frau. Dass sich die Schießerei in einem Einkaufszentrum ereignete, schockiere Stephan besonders. „Ich arbeite selbst in einem großen Kaufhaus in Kassel.“

Martin Krause aus Melsungen traf die Nachricht von der Schießerei wie ein Schlag. „Mein Bruder kam gestern Abend aus dem Urlaub und musste in München umsteigen. Ich hatte sofort Angst, dass ihm was passiert ist.“ Sein Bruder habe aber umgehend den Eltern bescheid gesagt, dass alles in Ordnung sei.

Während in München Ausnahmezustand herrschte, präsentierte die MT-Melsungen gestern Abend im Schlossgarten ihr neues Team. Die Nachricht aus München sei auf der Veranstaltung aber nicht durchgesickert, erzählt Karin Wenderoth, die mit dem Fanclub „Die Bartenwetzer“ vor Ort war. „Das ist aber auch gut so. Sonst hätte das die Menschen dort nur verunsichert.“ Sie habe von dem Amoklauf erst erfahren, als sie nach dem Fest im Schlossgarten noch in einer Gaststätte war.

Auch Carmen Zeidler aus Melsungen erfuhr die Nachricht erst etwas später. Sie feierte ihren Geburtstag, als die tödlichen Schüsse in München fielen. „Wir haben das erstmal gar nicht mitbekommen.“ Ihre große Tochter wolle in den Ferien unbedingt mal eine Großstadt besuchen, „aber das kann man doch gar nicht mehr ruhigen Gewissens machen“, sagt die Mutter. „Sonst passiert so etwas immer weiter weg, aber jetzt kommt es immer näher. Das macht Angst.“ Man könne froh sein, wenn man in diesen Zeiten in kleinen Städten wohne, sind sich Robin Hupfeld aus Spangenberg und Ogli Aloro aus Beiseförth einig.

Beide waren am Samstag zum Einkaufen in Melsungen unterwegs. „Dass hier so etwas passieren könnte, glaube ich nicht“, sagt Aloro. In eine Großstadt würde sie derzeit aber nicht fahren. „Da muss erstmal etwas Zeit drüber gehen. Der Schock sitzt tief.“

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Quelle: HNA

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