Experte zu vereinzelten Zwischenfällen

Luchse in der Region: Keine Gefahr für Menschen

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Sonnenanbeter: Der Luchs ist in der Region wieder heimisch. Bis zu fünf Tiere könnten in den Wäldern rund um Melsungen leben, schätzt das Forstamt.

Melsungen. Luchs und Wolf sind in unseren Breiten wieder heimisch. Die Tiere bekommt man nur selten zu Gesicht. Vereinzelt treffen sie auf Haustiere wie Hund und Katze. In Melsungen sind jetzt ein Luchs und ein Hund aneinandergeraten.

Drei Fälle sind Christian-Peter Foet bekannt, in denen ein Hund und ein Luchs in einen Kampf verwickelt waren. Nicht immer wurden die Hunde verletzt, sagt Christian-Peter Foet, der Leiter des Forstamtes Melsungen und Luchsbeauftragter ist.

„Soweit es mir bekannt ist, handelte es sich bei den Luchsen immer um weibliche Tiere mit Jungen und Beute“, sagt Foet. Die Raubtiere hätten schlicht ihre Beute und die Jungtiere verteidigen wollen.

Hundebesitzern rät Foet, die Hunde im Wald angeleint zu lassen. Sollte sich ein Luchs nähern, dann sollte man „eine Foto machen, wenn man die Nerven dazu hat“, sich langsam zurückziehen und dem Luchs nicht folgen.

Es könne sein, dass der Luchs noch ein Stück hinterherläuft, sagt Foet. Aber es gebe keinen Grund zur Panik. Luchse hätte keine Scheu vor den Menschen und würden aus reiner Neugier folgen. Angst, dass der Luchs auch Menschen angreift, muss man laut Foet nicht haben. „Bis zum heutigen Tag gibt es keine seriösen Berichte über einen Angriff auf einen Menschen“, sagt der Luchsexperte. Er habe die gesamte Literatur über Luchse durchgesehen und weder aus Russland und Skandinavien noch aus Europa und Nordamerika gebe es Berichte über Angriffe auf den Menschen.

Foet geht davon aus, dass im Bereich des Forstamtes Melsungen vier bis fünf erwachsene Luchse leben. „Für mehr ist eigentlich kein Platz“, sagt Foet. Der Luchs sei ein Einzelgänger und beanspruche ein Revier von fünf bis zehn Hektar für sich.

Nur zur Paarungszeit träfen sich Männchen und Weibchen. Oder sie treffen auf Haustiere wie Hunde. In der Tierarztpraxis von Dr. Carmen Hufnagel gab es jüngst einen solchen Fall. Der Hund wurde beim Kampf nur leicht verletzt und soll wieder wohlauf sein. Häufiger würden da schon Katzen und Waschbären aneinandergeraten, berichtet die Tierärztin.

Unter den häufig vorkommenden Bissverletzungen bei Katzen in Melsungen und Umgebung fänden sich auch immer mal wieder solche durch Waschbären.

„Diese unterscheiden sich in der Regel durch größere und tiefere Einbissspuren“, sagt Hufnagel. Die resultierenden Verletzungen seien länger als bei Katzenbissen und meist stärker ausgeprägt. Die oft entstehende entzündliche Veränderung und die tierärztliche Behandlung glichen aber denen bei Katzenbissen.
• Beobachtung: Wer einen Luchs sieht und die Möglichkeit hat, ihn zu fotografieren, der möge das Foto an den Luchsbeauftragten Christian-Peter Foet mailen.

christianpeterfoet@forst. hessen.de

Von Barbara Kamisli und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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