Museumsgespräche: Petra Nagel plauderte mit Gästen über „Schwalm kulinarisch“

Menü mit Würze und Pep

Gaumen- und Ohrenschmaus: Georg Rühl, Claus Durstewitz, Petra Nagel, Hans-Jürgen Pietsch, Gerda Keil und Christoph Brand (oben, von links) sorgten für einen unterhaltsamen Abend. In der Pause wurden kleine regionale Leckereien gereicht. Fotos: Rose

Ziegenhain. Es war ein perfekt abgerundetes Menü, das Petra Nagel am Donnerstagabend zu den zweiten Schwälmer Museumsgesprächen in Ziegenhain servierte: Zum Thema „Schwalm kulinarisch“ plauderte die Kasseler Journalistin mit Gästen. Für die pikante Würze sorgten Gerda Keil von der gleichnamigen Gutsbrennerei, Pilzzüchter Georg Rühl, Koch Christoph Brand, Metzgermeister Hans-Jürgen Pietsch sowie der lyrische Tenor Claus Durstewitz – und das vor proppevollem Haus, etwa 100 Zuhörern.

Amüsant, charmant und ausgesprochen kurzweilig entlockte Petra Nagel ihren Gästen so manches Geheimnis – Überraschungen inklusive. Schnell wurde klar, dass die Region weit mehr als nur die Ahle Wurscht zu bieten hat. Neben dem Gaumen- gab es vor allem auch den einen oder anderen Ohrenschmaus. Claus Durstewitz unterhielt mit sanfter, schmeichelnder Tenorstimme und eigenen Texten. Der gebürtige Fritzlarer, der heute in Linz lebt, erzählte unter anderem von seiner frühen Liebe zur Musik und von Sohn „Dursti“ – „ich bin der Klassiker, er der Rocker“.

Über Pilzköpfe und andere Kuriositäten sinnierte Georg Rühl aus Ottrau. In ehemaligen Militärbunkern, auf etwa 2200 Quadratmetern, züchtet der Landwirt Austernpilze, 250 bis 300 Tonnen im Jahr. „Pilze haben hohe klimatische Ansprüche“, erklärte Rühl. Dass Austernpilze nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund seien, habe eine Studie bewiesen: „Dieser Pilz bildet einen Stoff, der eine Vorstufe des Vitamins B ist. Und der wirkt sich positiv auf Cholesterin- und Blutwerte aus.“

Gutes für den Magen hatte Gerda Keil im Gepäck. Doch das Familienrezept für den Schlehenschnaps wollte die resolute Hauswirtschaftsmeisterin nicht verraten: „Schlehen, Rum und so manches andere kommt da rein.“ Und stellte klar: „Mein Mann hat mit dem Schnapsgeschäft nichts zu tun.“

Doch längst finden Produkte aus der Schwalm auch ihren Weg hinaus in die Welt: Die Spirituosen samt Schwälmer Wurst reisten bereits nach China. Und zwar unerlaubterweise im Gepäck von Hans-Jürgen Pietsch. Der Metzgermeister wurde in geheimer Mission nach Peking bestellt, wo zwei Schwälmer gerade ein Lokal eröffneten. Kurzerhand packte er seine Spezialitäten ein, um in China von Gastronom Gerhard Rühl gefragt zu werden: „Und, bist du erwischt worden?“ Hessisch-asiatisch-mediterran – diese Maxime setzte der gebürtige Fritzlarer und Chef der „Fliegenden Köche“, Christoph Brand, um. Privat möge er aber am liebsten Eintöpfe oder einen deftigen Schweinebraten mit Stampfkartoffeln. Für die Gäste des Museums hatte er eine spannende Kombination vorbereitet: Gurkensalat mit Chili und Ingwer und hauchdünn aufgeschnittener Ahler Wurscht. Das Team der Metzgerei Pietsch reichte gebratene Kartoffelwurst und Austernpilze.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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