Merkel empfing Fritzlarer Stadtprinzenpaar

Fritzlar. Sie musste nur die Hand ausstrecken, um Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Schulter zu klopfen.

So dicht an der mächtigsten Frau der Welt: Das wird Caterina Faupel aus Fritzlar so schnell nicht vergessen.

Sie ist Fritzlars Karnevalsprinzessin 2014/15 und gehörte mit ihrem Mann Prinz Marco zum ausgewählten Kreis deutscher Karnevalisten, die am Mittwoch von der Kanzlerin im Bundeskanzleramt in Berlin empfangen wurden. Für zwei Tage fühlten sich die Fritzlarer als echte VIPs (very important persons = sehr wichtige Personen).

Als erstes Prinzenpaar in der 66-jährigen Geschichte der FKG Eddernarren hatten Caterina I. und Marco I. aus dem Hause Faupel zusammen mit Vereinspräsident Otto May sowie Claus Reich (Fritzlar) und Maria Frank (Borken) vom Karnevalverband Kurhessen (KVK) die besondere Ehre, das Bundesland Hessen in Berlin zu vertreten.

„Tolles Erlebnis“

Noch am Donnerstag, wieder zuhause in der Möllricher Warte angekommen, strahlten das Prinzenpaar und der Vereinspräsident um die Wette. „Das war ein tolles Erlebnis“, versicherten sie.

Wie kam es dazu? Schon im November vorigen Jahres, ab dem Karnevalsstart am 11.11., seien Vertreter des Karnevalsverbandes Kurhessen unterwegs gewesen, um sich bei den hessischen Prinzenpaaren umzuschauen, wer wohl nach Berlin fahren sollte.

Die Wahl fiel auf die beiden Fritzlarer. Wodurch man überzeugt habe, wisse er auch nicht, sagt Prinz Marco grinsend. Wie auch immer: Die Fritzlarer fuhren am Dienstag in einem von der Firma Taxi-Schmidt gesponserten Auto nach Berlin, die Verpflegung stellte der Lindenhof zur Verfügung. Noch dabei waren Dietrich Geiser und Heiko Rudolph. Die Hotelunterkunft zahlte der Bund Deutscher Karneval, abends schlenderte man durch die illuminierte Großstadt.

Aufregend wurde es am Mittwoch: Früh im vollen Ornat zum Kanzleramt, dort genaue Anweisungen und eine Stellprobe. Alles war geregelt. „Wir wurden nach Bundesländern aufgestellt, und weil Hessen in der Mitte liegt, standen wir direkt hinter der Kanzlerin“, berichtete Prinz Marco.

Schließlich wurden alle Prinzenpaare der Reihe nach namentlich aufgerufen, schüttelten der Kanzlerin die Hand, die Prinzessinnen erhielten einen Blumenstrauß, das Heeresmusikkorps spielte das Lied der Fritzlarer Eddernarren.

Brief der Tochter 

„Ich habe der Frau Merkel noch einen Brief meiner Tochter Chiara in die Hand gedrückt“, erzählte Caterina Faupel. Die Neunjährige hatte ihn eigens dafür geschrieben. Sie ist auch die einzige aus der Familie Faupel, die aktiv im Karnevalsverein ist. Prinz Marco war immerhin schon einmal Kinderprinz: in der Session 1987/88.

Nach dem Empfang besichtigten die Tollitäten noch den Reichstag, mit spezieller Führung durch einen Mitarbeiter von MdB Bernd Siebert. „Wir waren eine richtige Attraktion“, sagte Prinz Marco im Rückblick. Touristen und Schulklassen wollten sich mit ihnen fotografieren lassen, „als wenn wir Promis wären“.

Dass sie auch noch auf dem „Foto des Tages“ auf Seite eins der Bildzeitung zu sehen waren, war nur das Tüpfelchen auf dem i.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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