Wegen Diebstahl

Mann zu Haft verurteilt: Mit dem Messer im Elektromarkt erwischt

Treysa. Wegen Diebstahls mit Waffen mussten sich vor Kurzem zwei Männer vor dem Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Die beiden 33 und 35 Jahre alten Asylbewerber aus Algerien leben zurzeit in einer Einrichtung im Schwalm-Eder-Kreis. Beiden Angeklagten stand jeweils ein Verteidiger zur Seite, ein Simultandolmetscher übersetzte die Verhandlung ins Arabische.

Laut Staatsanwaltschaft soll der jüngere der beiden Algerier letzten November in einem Einkaufsmarkt in Treysa Elektroartikel im Wert von 16,98 Euro gestohlen haben. Bei der Leibesvisitation sei bei dem Mann dann ein Einhandmesser gefunden worden.

Nur zwei Tage später habe der 33-Jährige mit seinem 35-jährigen Bekannten einem 51-Jährigen in Treysa 161 Euro aus der Brieftasche gestohlen. Wieder trug der Angeklagte ein Einhandmesser bei sich.

Laut Anklage war bei dieser Tat noch ein dritter Mann beteiligt. Den Diebstahl im Einkaufsmarkt gab der 33-Jährige zu. Er habe für sein Handy eine neue Speicherkarte benötigt und zum damaligen Zeitpunkt kein Geld gehabt. „Das Messer habe ich nur zum Salamischneiden“, sagte der Mann. Mit dem Diebstahl zwei Tage später habe er nichts zu tun, beteuerte er.

Vielmehr sei der flüchtige Bekannte der Täter gewesen: „Wir habe ihm gesagt er soll das nicht machen.“ Auf die Frage des Richters, warum er nur drei Tage nach dem ersten Vorfall wieder ein Messer bei sich trage, antwortete der Mann: „Das brauche ich, wenn ich draußen bin und ein Brot essen möchte.“

Auch der zweite Angeklagte wies die Vorwürfe weit von sich: „Wir haben nichts gestohlen, das muss der Junge gewesen sein. Hätte ich die Tat gesehen, dann hätte ich sie verhindert.“

Für das 51-jährige Opfer stand fest, dass der Diebstahl nur von einem der drei Männer begangen worden sein könne. Er habe ein zuppeln an der Hosentasche bemerkt und dann seien die Männer schon weggelaufen: „Ging ja Ruck-Zuck, die waren darauf spezialisiert.“Neben dem Diebstahlopfer waren drei Polizisten als Zeugen geladen. Das Opfer hatte in der Tatnacht sofort die Polizei gerufen. „Die sind uns gleich ins Auge gefallen“, sagte ein Polizist.

Man habe dann die kleine Gruppe vor der Sparkasse in Treysa angehalten und durchsucht. Aber weder bei den drei Asylbewerbern noch im näheren Umfeld habe man an dem Abend das Geld oder die Brieftasche gefunden, erklärten die Beamten übereinstimmend. Der leer Geldbeutel fand sich erst am nächsten Morgen am Straßenrand.

Mangelnde Beweislage

Mangels ausreichender Beweise lies der Staatsanwalt die Anklage im Falle des gemeinschaftlichen Diebstahls fallen und beantrage für beide Angeklagten Freispruch. Für den bewaffneten Diebstahl im Einkaufsmarkt forderte er für den 33-Jährigen eine Haftstrafe von acht Monaten.

Im Anbetracht zahlreicher Diebstahldelikte und einer laufenden Bewährungsstrafe wurde der Mann am Ende zu sieben Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

„Mal abgesehen davon, dass man gar nicht klauen sollte, sollte man, wenn man schon klaut, zumindest keine Waffen dabei haben“, sagte der Richter.

Quelle: HNA

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