Chronist Hans Günter Humburg

Mit dem Messer im Mund - neues Buch mit Geschichten aus Geismar

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Chronist von Geismar: Hans Günter Humburg hat in mittlerweile sechs Schriften Geschichte und Geschichten des Dorfes an der Elbe aufgezeichnet.

Geismar. Es waren andere Zeiten, als der Dorfdiener noch mit der Schelle durch Geismar zog und die Bekanntmachungen des Bürgermeisters zum Besten gab.

Das Besondere an diesem Mann war, dass er in Geismar noch eine andere, etwas blutige Aufgabe hatte: Er war auch dafür zuständig, die männlichen Ferkel zu kastrieren. So kam es, dass er häufig mit einem Messer quer im Mund anzutreffen war. Das Blut soll manchmal noch herabgelaufen sein.

Der Mann, der solche Geschichten aus der Geismarer Historie sammelt, heißt Hans Günter Humburg. Unter dem Titel "So wie es früher war" plant er derzeit seine sechste Veröffentlichung.

Dafür sammelt er alles, was er kriegen kann, füllt Ordner und Fotoalben und spricht vor allem mit den Dorfbewohnern. "Ich gehe immer zu den alten Leuten hin", sagt Humburg, denn von diesen Zeitzeugen könne er die Informationen noch aus erster Hand erhalten.

"Es müssen nicht immer die großen Kracher sein", sagt er über seine Arbeit. Auch Randnotizen und der Alltag verdienten es, festgehalten und wie ein Puzzle zu einem Bild zusammengefügt zu werden.

Das neue Buch soll im kommenden Jahr erscheinen. Humburg nimmt Bestellungen entgegen und gibt es dann in den Druck. Der Erlös es soll um die neun Euro kosten soll wieder einem Geismarer Verein zugute kommen.

Die Geschichten, die Humburg diesmal aufgeschrieben hat, sind manchmal lustig, manchmal aber auch tragisch. So wie die einer ukrainischen Zwangsarbeiterin. Als die US-Armee sie befreit habe, harrte sie mit anderen noch einige Zeit in der Fritzlarer Kaserne aus. Dabei habe sie offenbar so viel Alkohol getrunken, dass sie starb. Ihr Grab werde bis heute gepflegt, erzählt Humburg.

Und dann gibt es die Anekdote vom Kohlenlaster, dem eine Achse brach und er in ein Loch stürzte. Die Kohleladung ergoss sich gegen eine Hauswand, rauschte durch die Tür bis in die Stube der Familie. Als der Mann nach Hause kam, soll er zu seiner Frau gesagt haben: "Mädchen, wir hatten doch gar keine Kohle bestellt." (ode/zpb)

"So wie es früher war", 104 Seiten, Bestellungen bis 1. Februar 2014: Hans Günter Humburg, Fritzlar-Geismar, Am Hang 11 Tel. 05622/3147, Mail: hansguenter@online.de

Quelle: HNA

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