Zierenbergerin schildert dramatische Szenen

Augenzeugin der Messerattacke: "Blutend auf Straße gerannt"

Zierenberg. Die dramatischen Szenen, die sich am Mittwochnachmittag in der Zierenberger Altstadt abspielten, wird Anna S. (Name von der Redaktion geändert) so schnell nicht vergessen.

Die alteingesessene Zierenbergerin war gerade auf der Burgstraße, als sich die Familienstreitigkeiten ereigneten, in deren Verlauf in einem Mehrfamilienhaus an der Burgstraße ein 22-Jähriger durch Messerstiche lebengefährlich verletzt wurde.

„Ich habe das Blut spritzen sehen. Es war grausam.“

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Zunächst habe sie eine junge Frau gesehen, eine 30-Jährige, die in dem Mehrfamilienhaus mit fünf ihrer Kinder wohne, und die ihr auch vom Sehen her bekannt sei. Die Frau sei mit dem Telefon in der Hand zu einem Nachbarhaus gelaufen. „Helfen Sie mir, helfen Sie mir“, habe die Frau dort gerufen.

Dann, so die Passantin weiter, habe sie den 22-jährigen Lebensgefährten gesehen, mit einem Stock oder Besenstiel in der Hand. Blutüberströmt sei er auf der Straße herumgelaufen. Anna S.: „Ich habe das Blut spritzen sehen. Es war grausam.“ Er sei ein Stück in die Gerichtsgasse gerannt und habe völlig aufgebracht gerufen, „ich kriege dich“. Offenbar wollte er hinter dem Täter her.

Eines der älteren Kinder der 30-Jährigen habe den Schwerverletzten dann festgehalten und ihn dazu gebracht, sich auf die Treppe eines Hauseingangs an der Gerichtsgasse zu setzen. Dort habe ihn dann ein Mitglied des Zierenberger DRK erstversorgt. Wenig später sei ein Rettungswagen des ASB eingetroffen, dann der Notarzt. Der 22-Jährige habe noch selbst zu dem Rettungswagen gehen können. „Die haben ihn dann mitgenommen.“

Spurensicherung

Die Polizei sei einige Minuten nach dem Rettungswagen eingetroffen – zunächst nur Uniformierte. Zwei von ihnen hätten die 30-Jährige und die Kinder der Frau, die auf der Straße das Ganze mitangesehen hatten und fix und fertig gewesen seien, in die Wohnung begleitet. Andere hätte die Zuschauer zur Seite geschoben und das Areal mit Flatterband abgesperrt.

Die Kripo sei angerückt und bald auch ein blauer Bus mit der Spurensicherung vorgefahren. Sechs Leute hat Anna S. gezählt, die in weißen Overalls die Umgebung untersucht und alles fotografiert hätten.

Am Abend, erzählt die gut informierte Zierenbergerin, seien die Frau und die Kinder aus der Wohnung fortgebracht worden. „An einen sicheren Ort“, vermutet Anna S., „schließlich war der Messerstecher da ja noch nicht gefasst.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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