Bruno Jonas gastierte mit seinem Programm „Es geht weiter“ in der Kulturhalle

Messerscharfe Analysen

Ganz entspannt: Bruno Jonas gibt Autogramme und signiert Bücher. Foto: Michl

Wolfhagen. Witzig, geistreich und mit gepfefferten Pointen - so präsentierte sich der Kabarettist Bruno Jonas vor 250 Gästen in der Wolfhager Kulturhalle.

Seine rasiermesserscharfen Analysen („Intelligenz wird immer mit Dummheit vererbt“) hatten dabei oft den Hauch vom Paulanermönch Bruder Jonas, mit dessen Figur er alljährlich am Münchner Nockherberg beim „Derblecken“ den Politikern aller Coleur die Leviten liest.

Nichts fremd, nichts heilig

So auch in seinem Programm „Es geht weiter“, in dem er deutlich macht: Ihm ist nichts fremd und nichts heilig. Alle bekommen ihr Fett weg, natürlich mit jeder Menge hintergründigem Humor gewürzt und fein verpackt in Geschenkpapier. Eurokrise, Korruption, freie Marktwirtschaft, Politik- und Politikerverdrossenheit, Klima und Umweltschutz, Integrationsdebatte der Multi-Kulti-Gutmenschen, Untersuchungsausschüsse, Parteiengezänk, die Regierung mit der „deutschen Buffosouffleuse Angie“ und auch die Wissenschaft und vor allem Religionen - Bruno Jonas lässt kein Thema aus.

Sein Alter Ego Hubert Unwirsch weiß über alles Bescheid, will mitreden. Und bereitet sich auf eine Fernseh-Talkschow vor, in der er schonungslos ein Geständnis über seine bisherigen dubiosen Geschäfte und Machenschaften als Unternehmensberater ablegen will, der immer und überall sein Fähnchen in den Wind gehängt hat. In Sachen Korruption beruft er sich auf die Bibel als einen von Gott gegebenen Tatbestand - „gibt es einen, der nicht käuflich ist - und wenn ja, wie hoch ist sein Preis?“.

Ja, die Talkshows. Bruno Jonas wünscht sich in Wolfhagen bei seiner Bilanz der Epoche der Ahnungslosen Fernseh-Talkshows ohne Ton. Den Ton, den der Kabarettist in der Kulturhalle traf, war allerdings vom Feinsten.

Von Reinhard Michl

Quelle: HNA

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