Mieterbund: Hauseigentümer sollen für Bakterientests zahlen

Schwalm-Eder. Seit dem 1. November müssen größere Warmwasseranlagen in Gebäuden auf die gefährlichen Legionellen-Bakterien hin untersucht werden. Wer dies unterlässt, macht sich strafbar.

Doch die Regelung ist kaum bekannt. Ihre Umsetzung stellt Vermieter, Mieter und Behörden im Schwalm-Eder-Kreis vor Probleme. Strittig ist, wer für die Kosten aufkommt.

Legionellen sind Bakterien, die sich im warmen Wasser bilden. Sie können die sogenannte Legionärskrankheit hervorrufen und bei einem schwachen Immunsystem auch zum Tode führen. Laut der Trinkwasserverordnung müssen größere Warmwasseranlagen dem Gesundheitsamt gemeldet und von einem Labor untersucht werden. Die Kosten: 150 bis 200 Euro.

Unklar ist noch, in welchen Zeitabständen die Prüfungen fällig werden und wo genau die Proben entnommen werden sollen. „Wir haben zahlreiche Anfragen von Wohnungsbaugesellschaften und Vermietern, die sich Gedanken machen“, sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Peter Urban. Doch die Behörde kann selbst nur eingeschränkt helfen: Man warte noch auf eine länderspezifische Regelung, die Details klärt.

Die Verordnung sorgt bereits für Ärger: Während man beim Haus- und Grundbesitzerverein Homberg und Umgebung die Regelung am liebsten boykottieren würde, sieht man bei Haus- und Grund Melsungen die Hausbewohner in der Pflicht zu zahlen: „Das ist Mietersache, es handelt sich um eine Art Wartung“, sagt die Vorsitzende Gisela Pietrzak.

Der Mieterverein Melsungen sieht die Vermieter in der Pflicht - und liegt damit auf einer Linie mit dem Deutschen Mieterbund: „Für eine Umlage der Kosten fehlt die Rechtsgrundlage“, sagt der zweite Vorsitzende Joachim Dittmer.

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Quelle: HNA

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