Nach Abschaffung der Milchquote sinken die Erzeugerpreise

Milchbauern weiter unter starkem Druck

Schwalm-Eder. Die wirtschaftliche Lage der Milchbauern hat sich wegen stark gesunkener Erzeugerpreise drastisch verschlechtert. Auch die Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis leiden unter den niedrigen Milch-Erzeugerpreisen, nachdem im April die Milchquote in Europa abgeschafft wurde, bestätigt Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Regionalbauernverbands Kurhessen (HBV) im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ausschlaggebend für die schlechten Milchpreise (aktuell liegt der Erzeugerpreis für einen Liter Milch bei etwa 28 Cent) sei der Wegfall der Milchquote aber nicht. Andere Faktoren würden dem Milchmarkt weitaus mehr schaden. Was den Milchbauern am meisten zu schaffen mache, sei das Handelsembargo gegen Russland. „Russland ist auf dem Weltmarkt der größte Importeur von Käse aus der EU gewesen. Das und eine schwächere Nachfrage aus China macht uns sehr zu schaffen“, erklärt Wenck.

Eine Milchquote sieht der Geschäftsführer des Regionalbauernverbandes nicht als geeignete Lösung, um die gesunkenen Erzeugerpreise wieder zu stabilisieren. „Die Milchquote hat es nie geschafft zu verhindern, dass die Produktivität weiter steigt. Von staatlicher Seite kann kein Markt reguliert werden, wo es so dynamisch zugeht wie auf dem Milchmarkt“, so Wenck. Vielmehr seien politische Initiativen zur Abschaffung des Russland-Embargos wichtig.

Auch Günther Koch, Biobauer aus Homberg und Mitglied beim Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), hält die Milchmarktkrise für dramatisch. „Wir erleben gerade die schlimmste Krise, die wir uns ausmalen können“. Seiner Meinung nach braucht der Milchmarkt sehr wohl eine Regulierung. Man müsse die Produktion an den Verbrauch anpassen. Immer, wenn der Milchpreis eine Krise andeute, müsse die Produktion notfalls zurückgefahren werden. HINTERGRUND

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Quelle: HNA

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