1,1 Millionen für die Burgsitzschule

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Spangenberg. „Die Schüler sehen, dass sie uns was wert sind.“ Davon ist Sieglinde Strieder überzeugt. Die Leiterin der Spangenberger Burgsitzschule freut sich, dass der Schwalm-Eder-Kreis 1,1 Millionen Euro in die Lehranstalt investierte.

Mit dem Wahlpflichtunterricht Bautrupp in den beiden 10. Realschulklassen fördert die Schule zugleich die Verantwortung der Lernenden für ihre Schule.

Mit Werkzeugen und Farben sind Büsra Uzun, Wiebke Snethlage und Lutz Gander und ihre Mitschüler unterwegs, um ihre Schule zu verschönern. Erst vor kurzem haben sie aufgelistet, wo überall in der Burgsitzschule etwas zu reparieren ist und wo etwas verschönert werden könnte: Die Graffitti an der Sporthallenmauer muss weg, am Lattentor der Stadtschule sind einige Latten rausgebrochen.

Weil Sitzgelegenheiten vor den Klassenräumen fehlten, hat Wiebke Snethlage mit ihrem Bautrupp bereits Bretter auf leere Wasserkisten geschraubt. Und schon waren die Sitzbänke fertig.

Büsra Uzun hatte mit ihrem Trupp kontrolliert, wo die Schilder mit dem Namen der Klasse und dem Foto des Lehrers fehlen. Die Schüler wollen sich drum kümmern, dass künftig jeder weiß, wer ihn hinter der Klassenzimmertür erwartet. Das benötigte Material bezahlt der Landkreis.

Sieglinde Strieder freut sich, wenn ihre Schüler „praktisch arbeiten und der Schule was Gutes tun.“ Und sie ist überzeugt davon, dass an einer gepflegten Schule auch nicht so schnell was kaputt gemacht wird.

Während die Realschüler für die kleinen Baustellen zuständig sind, damit nicht gleich ein Handwerker geholt werden muss, hatte der Kreis in den Sommerferien die Burgsitzschule zu einer Großbaustelle gemacht (siehe Kasten). Die Wärmedämmung am so genannten Burgsitzgebäude ist spürbar: Die Direktorin meint ein angenehmeres Klima zu fühlen. Und durch den Verzicht auf je eins von ursprünglich acht Fenstern haben alle Klassenräume Stellfläche gewonnen, und dunkler sei es nicht geworden.

Auch dies soll ein Beitrag zum Energie sparen sein. Ebenso wie die dicke Wärmedämmung, die neuen Fenster und der Ersatz der Glasbausteinwand durch eine in herkömmlicher Bauweise. Nur eines bedauert die Direktorin: Für die Reparatur des Flachdaches im Hauptgebäude hatte der Kreis bislang kein Geld.

So weiß der Hausmeister eigentlich bei jedem heftigen Regenguss, dass am nächsten Morgen wieder im Obergeschoss irgendwo das Wasser durchsickern wird. Das Dach stehe auf der Prioritätenliste oben, sagt Gabriele Baar als Fachbereichsleiterin für Schulen und Hochbauverwaltung beim Kreis. Aber: „Wenn von vornherein klar ist, dass nicht alle Sanierungsmaßnahmen gleichzeitig erledigt werden können, ist es immer problematisch festzulegen, womit wir anfangen.“

Quelle: HNA

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