Schulden tilgen, Internet ausbauen

27 Mio.: Das könnte man mit den von Hoeneß hinterzogenen Steuern tun

Schwalm-Eder. Mit den Steuermilionen könnte etwa mit einem Schlag die Hälfte der Schulden des Schwalm-Eder-Kreises getilgt oder aber das Klimaschutzkonzept realisiert werden.

In den kommenden zehn Jahren sollen 28 Millionen Euro ausgegeben werden, um vor allem Schulen und öffentliche Gebäude so zu sanieren, dass deutlich weniger Energie verbraucht wird.

Außerdem könnte man mit dem Geld 27 Kilometer neue Straßen bauen oder 170 Kilometer Fahrbahnen sanieren, rechnet Michael Schneider, der Büroleiter der Kreisverwaltung, vor.

Eine bessere Versorgung mit schnellem Internet ließe sich in kürzester Zeit realisieren. Alle nordhessischen Landkreise müssen sich an den Baukosten (143 Millionen Euro) mit 27,5 Millionen Euro beteiligen.

Schneider macht aber auch noch eine ganz andere Rechnung auf. Bei Fällen von Sozialhilfebetrug würden Freiheitsstrafen von drei bis sechs Monaten zur Bewährung ausgesprochen. Hier gehe es dann aber um Beträge 1.000 bis 5.000 Euro.

Eine gute Verwendung wäre sicher auch dies: Fünf neue Grundschulen könnten zwischen Schwalm und Eder gebaut werden. Dann blieben immer noch zwei Millionen Euro für die Ausstattung der Klassenzimmer übrig. Für den anstehenden Neubau der Schule in Willingshausen-Merzhausen sind nämlich 5 Mio. Euro veranschlagt.

Oder: Mit den Hoeneß-Steuermillionen könnten die Tiernothilfe in Schwalmstadt ein Tierheim bauen und dies knapp 73 Jahre lang unterhalten. Ein Neubau, in dem 50 Hunde und 100 Katzen eine Unterkunft finden, würde 1,5 Mio. Euro kosten, sagte Vereinsvorsitzende Petra Ziegert-Postleb. Mit solch einem mittelgroßen Tierheim wäre die Region gut versorgt. „Das Problem sind die jährlichen Kosten“, sagte sie. 350 000 Euro bräuchte der Tierschutzverein für Unterhaltung, Futter, Strom, Personal und ähnliches. Was in Wirklichkeit für den Verein nicht zu stemmen ist, wäre mit den Millionen von Hoeneß eine Kleinigkeit für die Tierschützer.

Auch das wäre denkbar: Dreißig Bauherren könnten prachtvolle Anwesen mit allem Komfort im geplanten Baugebiet Auf der Metze II in Treysa errichten. Für 900 000 Euro pro Grundstück wäre schon allerhand inklusive Pool, Sauna, Nebengebäuden und so fort drin.

Deutlich mehr Menschen würden davon profitieren, wenn endlich die Straße zwischen Wasenberg bis zur Kreisgrenze bei Neustadt saniert würde: Die grundhafte Erneuerung ist überfällig, teilweise darf dort nur noch Tempo 30 gefahren werden. Peanuts der Hoeneß-Millionen würden ausreichen, denn das Ganze würde „nur“ 1,6 Mio. Euro kosten.

Für Autobahn zu wenig Geld

Für den Autobahnabschnitt Bischhausen-Treysa würden allerdings auch die Hoeneß-Summen nicht genügen. Die knapp zwölf Kilometer sollen über 200 Mio. Euro kosten. Für gut 27 Mio. Euro käme man folglich keine zwei Kilometer weit.

Melsungens Kämmerin Cornelia Ritter-Wengst könnte das Geld auch gut gebrauchen: „Wir könnten unser Straßenbauprogramm in den nächsten vier Jahren umsetzen, ohne Anliegerbeiträge erheben zu müssen“, sagt sie. Das würde etwa zehn Millionen Euro kosten und die betroffenen mehreren hundert Grundstückseigentümer entlasten. „Wir könnten auf einen Schlag den Feuerwehstützpunkt bezahlen: das wären 4,5 Millionen Euro.

Auch das Fuldaufer zu einer Promenade mit Naherholungsgebiet umzubauen, könnten wir uns leisten.“ Kostenpunkt 3,5 Millionen Euro.

Aber es wären immer noch neun Millionen Euro übrig: „Damit könnten wir auf einen Schlag die Schulden im Kernhaushalt auf Null zurückführen. Das wäre übrigens mein persönlicher Favorit, sagt Kämmerin Cornelia Ritter-Wengst und lacht. (hro/aqu/cls/ddd)

Quelle: HNA

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