Die Lanertshäuser und die Siebertshäuser können bis Kassel gucken

Mini-Dorf mit Pool

Die Jüngste : Heinrich Walther (83) freut sich in Siebertshausen über seine neue Nachbarin, Baby Amy Lousien (drei Wochen), hier mit ihrer Mutter Josie Rodenstein.

Lanertshausen/Siebertshausen. Die Lanertshäuser wie auch die Siebertshäuser haben Nordhessen im Blick: Sie können bis zum Kasseler Herkules gucken.

Die beiden Frielendorfer Ortsteile an der Straße zwischen Lenderscheid und der Bundesstraße 254 in Richtung Verna haben zusammen gerade mal 117 Einwohner. Wolfgang Rodenstein kennt hier natürlich jeden.

Sehr unterschiedlich sind die beiden Örtchen, für deren Belange er sich als als Ortsvorsteher einsetzt. Siebertshausen, so erzählt er beim Dorfrundgang, ist ein ungewöhnlich junges Dorf. Der Altersdurchschnitt beträgt 35 Jahre. „25 der insgesamt 84 Einwohner sind unter 18“, berichtet er. Auch Gebäudeleerstand ist kein Thema.

Siebertshausen hat Nordhessen im Blick

Ein Wassertretbecken, das kurzerhand zum Pool für die Jüngsten umfunktioniert wurde, ein Spielplatz und ein Feuerwehrhaus, das auch als Gemeinschaftsraum genutzt wird, bilden die Mitte Siebertshausen, hier trifft man sich. Überhaupt, der Zusammenhalt wird großgeschrieben, erzählt Rodenstein. Zwar gibt es nur zwei Vereine im Dorf - die Feuerwehr und die Damengymnastikgruppe. Aber im Prinzip, so sagt Friedemann Eisenberg, er bewohnt mit seiner Frau das Baumbachsche Herrenhaus, „bilden wir alle einen einzigen“.

Das bekräftigt Heinrich Walter. Mit seinen 83 Jahren zählt er zu den zwölf Ruheständlern im Dorf. Hier habe jeder eine Funktion: Grünflächen mähen, Blumen gießen - überhaupt, die Ortsansicht pflegen, dafür fühlen sich alle verantwortlich, sagt er.

Während es in Siebertshausen keinen Vollerwerbshof mehr gibt, ist Lanertshausen sehr landwirtschaftlich geprägt. In den Ställen rumort das Vieh, der Großteil der 33 Einwohner arbeitet auf den Feldern rund um das Dorf. Baby Marlene Dietrich ist mit zwei Monaten die jüngste im Dorf. Ihre Mutter, Melanie Nette, war Lanertshausens Kirmesmutter im vergangenen Jahr. Vorgängerinnen hatte sie vermutlich keine: Das Fest - übrigens ein großer Erfolg, - trug das Motto „100 Jahre keine Kirmes“.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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