Mini-Kreisel an Hombergs Drehscheibe bald im Test

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Dort soll der Mini-Kreisel hin: An der Drehscheibe startet bald ein Probelauf.

Homberg. Mini-Kreisel statt Ampel: In Homberg soll getestet werden, ob mit einem Mini-Kreisel an der zentralen Kreuzung Ziegenhainer-Straße/Kasseler Straße der Verkehr reibungslos laufen würde. Derzeit wird der dort mit Ampeln geregelt.

Der Verkehr 

In Hombergs Innenstadt wird der Bau eines Einkaufszentrums geplant. Wird das Vorhaben umgesetzt, würde sich das auf den Verkehr an der sogenannten Drehscheibe auswirken, das hatten Verkehrsplaner bereits erklärt. (wir berichteten).

Die Ampeln 

Die bisherige Ampel-Regelung wäre mit dem zu erwarteten Verkehrsaufkommen überfordert, so dass es zu längeren Rückstaus kommen würde, hatten Verkehrsplaner erklärt. Die Leistungsfähigkeit der Ampeln könne nicht erhöht werden. „Mini-Kreisel werden als absolut leistungsfähig für diese Stelle eingestuft“, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz.

Der Test 

In der Testphase, die in den Sommerferien starten soll, werde die Kreisel-Situation nachgestellt. „Das kann ohne großen Aufwand geschehen“, so Ritz. Das sei ähnlich wie bei der Einrichtung von Autobahnbaustellen. Es werde ein Mini-Kreisel (Außenradius etwa 20 Meter) inklusive Mittelinsel, Zebrastreifen und Co. aufgebaut. „Dafür muss nichts umgebaut oder abgerissen werden“, so der Bürgermeister. Was das kosten werde, stehe noch nicht genau fest, sei aber überschaubar.

Der Start 

Den Start in den Ferien habe man gewählt, um die Verkehrsteilnehmer in einer ruhigeren Zeit an die Situation zu gewöhnen. „Es wird nicht ab dem ersten Tag alles funktionieren“, so Ritz. Da der Test mehrere Wochen laufe, steige auch das Verkehrsaufkommen dann wieder an. Die Ampeln sollen in dieser Zeit abgedeckt, aber betriebsbereit sein. „Damit wir im Notfall schnell reagieren können“, so Nils Arndt vom Bauamt.

Das Ziel 

Durch den Test erhoffe man sich Rückschlüsse darauf, wie sich der Verkehr entwickeln wird und ob ein Mini-Kreisel das geeignete Mittel ist, so Ritz.

Kritik der Polizei

Kreisel seien geeignet, um den Verkehr an Knotenpunkten zu regeln, so die Polizeidirektion Schwalm-Eder. Voraussetzung dafür sei aber, dass der Durchmesser des Kreisels ausreichend dimensioniert sei, so Dirk Daniel, Leiter Verkehrsdienst.

Doch sieht die Polizei die Pläne für einen Mini-Kreisel kritisch. Es entstünden Gefahrenstellen, da Laster und Busse den Kreisel nicht umfahren, sondern über die Mittelinsel hinwegfahren würden. Außerdem sei durch angrenzende Schulen der Anteil an Fußgängern sehr hoch. Die Polizei rät vom Mini-Kreisel ab und zu einem kleinen Kreisverkehr mit größerem Durchmesser (26 Meter).

Das würde einen städtebaulichen Eingriff erfordern. Die Wartehalle der Kraftpost und sechs barocke Grabsteine im Stadtpark müssten versetzt werden, heißt es im Gutachten des IKS-Ingenieurbüros. Um dem Mini-Kreisel eine Chance zu geben, ist die Polizei für den Probelauf.

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Quelle: HNA

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