HNA-Markt: Familie Wagner möchte eine liebevoll inszenierte Eisenbahn-Landschaft verkaufen

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Mit vielen Erinnerungen behaftet: Ursel Wagner vor der Eisenbahnanlage, mit der sich ihr Mann über so viele Jahre begeistert beschäftigt hat.

Wenn man in das vertäfelte Dachgeschoss im Haus der Familie Wagner in Lenderscheid kommt, fühlt man sich plötzlich ganz klein: Denn dort haben Ursel und Thomas etwas Großes geschaffen, allerdings im Miniaturformat. Seit den 1970er-Jahren hat sich die Familie mit viel Liebe zum Detail ihre eigene kleine Eisenbahnwelt geschaffen. Jetzt möchten Wagners die Anlage aus Platzgründen verkaufen.

Besonders für Thomas Wagner, der bis 1995 Schulleiter in Frielendorf war, war der Gang eine Treppe höher immer mit riesiger Freude und einer gehörigen Portion Kreativität verbunden. Denn dem Tüftler war nichts zu klein, nichts zu speziell – und die Bausätze ihm längst nicht genug. „Er hat im Laufe der Jahre Unmengen an Bausätzen und Exklusivmodellen akribisch genau verarbeitetet, Hunderte Männchen handbemalt und zum Teil mit einer neuen Frisur versehen. Die steril wirkenden Häuschen wurden bemalt, sodass die Fassaden der Bauwerke von rußgeschwärzt bis wettergegerbt aussahen“, erläutert Ursel Wagner.

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HNA-Markt: In Miniatur ganz gro

Schon als junger Mann hat Thomas Wagner die Leidenschaft für die Märklin H0-Analog entdeckt. Als die eigenen Kinder klein waren, begann der Lehrer damit, sich der Eisenbahn zu widmen – für ihn war das Rückzugsort und Regeneration gleichermaßen, bestätigt seine Tochter. Auch Ursel Wagner entdeckte, wie viel Freude das Tüfteln macht: Sie unterstützte ihren Mann nach Kräften. „Häufig saß er stundenlang geduldig über der Malerei“, erzählt die 81-Jährige.

Ein Lebenswerk

Die Landschaft auf einer Fläche von etwa 50 Quadratmetern wurde immer wieder erbaut, umgestaltet und erweitert. „Und natürlich gehätschelt und geliebt“, bestätigt die Tochter. Die Miniaturen erzählen authentisch vom Leben: Vorbei an Kirchen, Fabriken, Schwimmbädern und einen Rummelplatz zieht die Bahn ihre gemächlichen Kreise. Wer das Auge schweifen lässt, geht auf fantastische Entdeckungsreise. An Wäscheleinen hängen winzige Kleidungsstücke, es wachsen selbstgebastelte Blumenbeete, hier wird geheiratet, dort lebhaft im See gebadet. Die gesamte Landschaft ist von Schienen durchzogen, auf denen Lokomotiven und etwa 50 Waggons fahren – überall leuchten Lichtlein, es klingelt, läutet, klopft und wirkt überaus lebendig. Die Tochter der Wagners trägt bis heute eines der „Manneln“ des Vaters bei sich. „Es ist eine kleine handbemalte Kuh“, sagt Kerstin Schnell. Obwohl sich die Familie nur schwer davon trennen kann, soll das über Jahrzehnte aufgebaute und gewachsene Areal jetzt doch gern in Sammlerhände abgegeben werden. „Wir wünschen uns einen Liebhaber, der das Ganze auch zu schätzen weiß“, erklärt Ursel Wagner. „Es ist ein Lebenswerk.“ (zsr)

Quelle: HNA

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