Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg sollen ab 2015 verschwinden

Ministerin: Wallgraben soll entschärft werden

Ziegenhain. Granaten, Minen und Panzerfäuste aus dem Zweiten Weltkrieg: Ab kommendem Frühjahr sollen die gefährlichen Altlasten aus dem Ziegenhainer Wallgraben verschwinden. Das zumindest stellt das Justizministerium in Aussicht. Die Arbeiten könnten im Frühjahr 2015 beginnen, heißt es aus Wiesbaden.

Ähnliche Ankündigungen allerdings hatten die Schwalmstädter in den vergangenen Jahren schon mehrfach erhalten. Passiert ist bis heute nichts.

Aber die neue Justizministerin Eva Kühne-Hörmann macht Hoffnung: Sie teilte der HNA entschlossen mit, „der latent gefährliche Zustand des Wallgrabens muss beendet werden“. Mit ihrem Ministerium ist das Land nicht nur größter Anlieger des Wallgrabens, sondern auch Eigentümer.

In Wiesbaden hat man Anfang dieser Woche zunächst mit Erstaunen auf die Einschätzung des Schwalmstädter Parlaments reagiert, dass die Sanierung des Wallgrabens in die Hände des Finanzministers übergegangen sei (wir berichteten). Nun einigten sich die beiden Ministerien doch auf eine einheitliche Sprachregelung, die sich mit den Wahrnehmungen der Schwalmstädter deckt: Angesichts der fehlenden Erfahrung der Justiz im Umgang mit Waffen-Altlasten, werde das dem Finanzministerium zugehörige Hessische Baumanagement „die Ausführung der Wallgraben-Sanierung planen“. Das plant man allerdings schon seit Jahren.

Unter dem Schlamm des Wallgrabens liegen keine Granaten der Alliierten, sondern der Wehrmacht. Deshalb ist für die Entsorgung nicht der Bund zuständig, sondern das Land. Dennoch ringt das Land weiter mit dem Bund um eine Kostenbeteiligung. Über eine weitere Finanzierung muss noch verhandelt werden. Das Justizministerium war zuletzt von Kosten in Höhe von 12 Millionen Euro ausgegangen. Zum Tage, Hintergrund

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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