Ministerium: Unaufmerksamkeit ermöglicht Häftling aus Schwalmstadt Flucht

Fulda. Seit Jahresbeginn sind in Hessen bereits zwei Häftlinge getürmt, so viel wie im gesamten Jahr 2010. In beiden Fällen sollen unaufmerksame Bewacher die Flucht erst ermöglicht haben.

Das geht aus einem Bericht des Justizministeriums von Donnerstag hervor. Vorläufigen Erkenntnissen zufolge wurden sowohl bei der Flucht des Häftlings in Fulda als auch bei der Flucht eines Gefangenen in Darmstadt Mitte Januar Vorschriften missachtet.

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Am Montag hatte ein gefesselter Häftling in Fulda die Unaufmerksamkeit seiner Bewacher genutzt, um während eines Besuchs bei seiner Mutter zu verschwinden. Er hatte die Beamten beim Gang zur Toilette ausgetrickst. Laut Ministerium passierten gleich mehrere Pannen: So sei kein Beamter vor der Toilettentür postiert gewesen. Außerdem hätten sie es versäumt, einen weiteren Besucher in der Wohnung zu überprüfen. Dieser entpuppte sich laut Ministerium als ehemaliger Mithäftling, der mit dem 53-Jährigen sogar in einer Zelle gesessen hatte. Dieser hatte seine Bewacher in der Wohnung eingeschlossen. Vor der Verfolgung musste der Hausmeister den Beamten erst die Tür öffnen.

Der 53-Jährige war einen Tag nach seiner Flucht in einer Kirche im osthessischen Nüsttal festgenommen worden. Er liegt nach Angaben der Polizei derzeit im Gefängniskrankenhaus in Kassel. Dort würden Verletzungen behandelt, die er sich auf der Flucht zuzog. Der Mann war wegen versuchten Totschlags zu acht Jahren Haft verurteilt worden und saß seine Strafe im Gefängnis im nordhessischen Schwalmstadt ab.

Im Fall des aus dem Darmstädter Klinikums verschwundenen Häftlings hielt sich keiner der beiden Bewacher in der Nähe des Mannes auf, als dieser aus dem Krankenzimmer flüchtete. Der Mann sei zudem nicht ausreichend gefesselt gewesen. (dpa)

Quelle: HNA

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