Mischwälder: So überstehen heimische Wälder den Klimawandel

Die Buche dominiert: In den heimischen Wäldern gibt es besonders viele Buchen. Damit der Wald den Klimawandel übersteht, sollen weitere Arten hinzu kommen. Archivfoto:  dpa

Wolfhager Land. Die Buche dominiert den heimischen Forst. Damit die Wälder im Klimawandel zu bestehen, muss sich das ändern. Die Vielfalt muss größer werden, mehr Arten müssen hier wachsen, sagt Uwe Zindel, Leiter des Wolfhager Forstamtes.

Im Rahmen des Projekts Klimwald, an dem auch die Kommunen Wolfhagen, Naumburg, Zierenberg und Calden beteiligt sind, berichtet er am Freitag, 15. Juli, über erste Ergebnisse der Studie.

Die Klimaveränderung komme und das könne man auch nicht klein reden, sagt Zindel. Die Trockenphasen in der Vegetationszeit werden länger werden, Niederschläge kommen immer häufiger als Starkregen herunter, sagt er. „Der Wald soll aber dennoch stabil und vital bleiben.“ Deshalb gibt es das Projekt Klimwald, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird, und an dem neben den vier Kommunen und Hessen-Forst auch die Uni Kassel beteiligt ist.

Dem Standort angepasst 

Schon jetzt gibt es im Sommer öfter Probleme für die Buche und vor allem die Fichte. Sie wurzelt flach, erklärt der Experte. Deshalb kommt sie bei längeren Trockenzeiten nicht gut an tiefer liegendes Wasser heran. „Das kann grenzwertig werden“, sagt Zindel. Damit der Wald den Klimawandel übersteht, müssen mehr Mischwälder her, die beispielsweise auch aus Eiche, Ahorn und Esche bestehen. Entstehen soll die Vielfalt auf natürlichem Weg, durch die Verteilung der Samen.

Uwe Zindel

Angeordnet werden sollen die Wälder der Zukunft als Dauerwälder. Das heißt, dass junge und alte Bäume unterschiedlicher Arten und Größe nebeneinander stehen und es somit eine intensivere Mischung auf kleineren Flächen gibt. „Dann kann der Wind beispielsweise nicht so viel Feuchtigkeit mitnehmen“, sagt Zindel. Dabei soll auch auf den Standort Rücksicht genommen werden. Bei Calden und Zierenberg, wo der Boden nährstoffreich sei, würden sich Laubmischbäume gut eignen. Kiefern und Fichten könnten rund um Naumburg und Wolfhagen gut wachsen. In den nächsten 30 bis 40 Jahren sollte diese Entwicklung abgeschlossen sein. Die Buche solle aber weiterhin die Hauptbaumart bleiben.

„Der Nachwuchs der Bäume ist die Zukunft“, sagt Zindel. Um diesen zu schützen, müsse auch intensiv gejagt werden. Reh- und Rotwild sollen weiter in den Wäldern leben, aber es soll eine Balance gegeben sein, damit sich gerade junge Bäume entwickeln könnten.

Info: Die Vorträge von Forstamtsleiter Uwe Zindel und Dr. Tina Schäfer von Hessen-Forst sowie von Dr. Jochen Godt zum Stand des Klimwald-Projekts finden am Freitag, 15. Juli, im DGH Fürstenwald, Weimarer Straße 5, statt. Beginn: 16 Uhr.

Quelle: HNA

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