Poststelle bei B.Braun

Irmtraud Dieling, die "Miss Marple von der Post"

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Nimmt es ganz genau: Irmtraud Dieling und ihre vier Kollegen sorgen in der zentralen Poststelle bei B.Braun dafür, dass jeder am Standort Melsungen seine Post bekommt.

Melsungen. Wir sind B.Braun heißt unsere Serie über den größten Arbeitgeber der Region. Allein am Standort Melsungen beschäftigt der Medizintechnikhersteller 5600 Menschen. Wir stellen einige der Mitarbeiter und ihre Arbeitsbereiche vor.

Fantasie, Geduld und Spürsinn – das sagt Irmtraud Dieling seien Eigenschaften, die man in der zentralen Poststelle unbedingt braucht. Denn nicht immer ist das, was bei ihr und ihren vier Kollegen auf dem Tisch landet, eindeutig zuzuordnen. „Schmidts“, sagt die 61-Jährige, „haben wir bei B. Braun natürlich viele.“ Der Medizintechnikhersteller beschäftigt an den verschiedenen Standorten in Melsungen 5600 Mitarbeiter.

Steht kein Vorname dabei oder wenigstens eine Abteilung, geht die Recherchearbeit los. Dann wird nach Hinweisen gesucht, die nähere Auskunft über den Bestimmungsort des Schreibens geben. „Ich bin ja eine 500-prozentige“, sagt Irmtraud Dieling und lacht. Bei ihr muss es immer ganz genau gehen, das bestätigen auch ihre Kollegen, die sie als Miss Marple von der Post bezeichnen. „Die Leute wollen ja schließlich ihre Post rechtzeitig haben“, sagt Dieling. 24 Jahre arbeitet die dreifache Großmutter schon bei B. Braun in der Poststelle.

Langweilig war es ihr noch nie. Die Einzelhandelskauffrau sagt, dass ihr ihre Arbeit unwahrscheinlich viel Spaß macht. Man merkt das. „Hier erlebt man jeden Tag etwas“, sagt die 61-Jährige, die sich in ihrer Freizeit am liebsten um Haus, Garten und ihre drei Enkelkinder kümmert.

2000 Briefe kommen täglich in der Poststelle an und müssen auf die einzelnen Standorte der B. Braun AG in Melsungen verteilt werden. Manchmal sind auch kuriose Dinge darunter: Irmtraud Dieling erinnert sich zum Beispiel an einen blutigen Gummihandschuh, der als Reklamation in einem Umschlag steckte.

Oder an die eine oder andere elektrische Zahnbürste, die statt im Taunus beim Elektrohersteller Braun versehentlich beim Melsunger Medizintechnikunternehmen landete. Insgesamt fünf Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit kümmern sich an der Nürnberger Straße um die ein- und ausgehende Post. Dazu gehören nicht nur Briefe, sondern täglich auch bis zu 100 Faxe und etwa 300 E-Mails aus der ganzen Welt.

Mit Englisch und „ein paar Brocken von allem“ komme man da aber ganz gut durch, sagt die 61-Jährige aus Felsberg-Böddiger lachend. Rund 5000 Briefe verlassen das Haus täglich bei B. Braun, die müssen in der Poststelle frankiert und kuvertiert werden. Eine Briefwaage braucht Dieling dafür schon lange nicht mehr – nach so vielen Jahren hat sie das einfach im Gefühl.

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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