Mitarbeiter der Kreisklinik Wolfhagen protestieren gegen Reform

Protest gegen die Krankenhausreform: Mitarbeiter der Kreisklinik Wolfhagen nutzten am Donnerstag ihre Mittagspause, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die sie vom neuen Krankenhausstrukturgesetz erwarten. Sie bangen um ihre Jobs und befürchten finanzielle Einbußen. Fotos: Thon

Wolfhagen. Die Krankenhausreform ist für Deutschlands Kliniken ein rotes Tuch. Vor allem für kleine Häuser wie die Kreisklinik Wolfhagen könnte sich das neue Bundesgesetz, das von Bundestag und Bundesrat demnächst verabschiedet werden soll, zu einem ernsthaften Problem auswachsen.

Deshalb beteiligten sich die Mitarbeiter der Wolfhager Klinik am Donnerstag während ihrer Mittagspause an einer Protestaktion der Gesundheit Nordhessenholding (GNH). Sie kritisierten die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

Aline-Britt Westphal

Hintergrund der Reform ist die künftige Finanzierung der Krankenhäuser. Die Bundesregierung will die Güte der Behandlungen zum Maßstab der Bezahlung machen. Geplant ist, Kliniken, die durch schlechte Qualität auffallen, das Geld zu kürzen und auch zu schließen. Auf diese Weise sollen Überkapazitäten abgebaut werden. Die Kliniken sollen sich mit den Krankenkassen bei bestimmten Operationen auf Mindestmengen einigen, sagt Aline-Britt Westphal, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende der Kreisklink Wolfhagen. Das aber sei bei einem kleinen Haus wie in Wolfhagen mit 84 Betten und um die 165 Mitarbeiter nicht so einfach. Selbst wenn bestimmte Mengen erreicht würden, blieben Kriterien wie die Alterstruktur auf der Strecke. „Bei einem 80-Jährigen ist ein und dieselbe Operation mit mehr Risiken verbunden als bei einem jungen Menschen“, so Westphal.

Auch an der Personalausstattung übt sie Kritik. Nach den Reformplänen könne Wolfhagen drei Pflegekräfte bekommen. Zehn Prozent der Kosten müsste dabei die Kreisklinik übernehmen. Die schreibe aber schon jetzt rote Zahlen. „Benötigen würden wir jedoch sieben bis neun Kräfte“, so die Betriebsrätin.

Quelle: HNA

Kommentare